Josef Theobald aus Saarlouis stellt innerhalb seiner Rubrik "Retroperspektive" exklusiv für FM Kompakt Hintergrundberichte und Infos rund um das Mediengeschehen zusammen. Er beschäftigt sich nicht erst seit der Geburt des Privatfunkes mit den Medien und ist heutzutage ein absoluter "Kenner" der Materie. Josef: An dieser Stelle im Namen aller FMK Leser, vielen Dank für Deine Beiträge !

Hier Josefs erster Gastkommentar zum Thema > Radio Victoria - meine Erfahrungen mit Free Radio !

Thomas Kircher und Josef Theobald beim FMK-Lesertreff in Frankfurt/Großkrotzenburg bei dem u.a. auch Roger Kirk anwesend war.

Josef präsentiert einen Auszug aus dem Free-Radio Fanzine mit der Überschrift: Radio Trend - hier äußert Roger Kirk seine Gedanken zum Privaten Radio. Der Beitrag stammt vom März 1986 - ist aber noch heute aktuell !!!

Meldungen aus dem Free-Radio Fanzine / Ausgabe 06/1985 - ebenfalls mit freundlicher Unterstützung von Josef Theobald zur Verfügung gestellt.

18.07.2007: FMK startet im Radiohörerforum eine Diskussionsrunde > Josef Theobald/Retroperspektive regte vor kurzem an, dass wir über diverse Medienthemen eine offene Diskussion führen sollten. Gerne übernehme ich diese Idee > So steht ab heute folgendes Thema online : Das Radio im Griff der Werbewirtschaft - Eure Meinung ist gefragt > Wie wurde das private Gute-Laune-Radio "dank" der Werbung beeinflusst und verändert ? Ist die Werbung schuld, dass sich die Radiolandschaft so traurig entwickelt hat, wie sie sich derzeit präsentiert ? Was hätte/könnte man besser machen ? Wir freuen uns auf Eure Ideen, Erinnerungen und Beiträge !!!

Hier eine persönliche Vorstellung von Josef gegenüber den FMK-Lesern. Viel Spaß mit seiner Biographie, incl. Bild von Josef, der sich seit über 30 Jahren sehr intensiv mit dem Thema "Radio" beschäftigt. Josef Theobald stellt sich auf dieser Seite selbst vor.

Die Geschichte der französischen Privatradios mit Deutschem Programm

Josef Theobald beschreibt in o.g. Link die interessante Geschichte der deutschsprachigen Privatradiopioniere, welche gezielt von Lothringen aus, für das Saarland sendeten. Sein Rückblick wird mit Original-Erinnerungen (Aufkleber+Werbung) abgerundet. Bereits vor etwa 20 Jahren machte mir Josef die Freude, Programm-Mitschnitte der darin erwähnten Radiostationen auf Cassette mitzuschneiden. Aber nicht nur das: Dank seiner bereits damals exzellenten Technik digitalisierte er die Mitschnitte für FMK. Dieses "Highlight" meines Radioarchives wird nach und nach in den kommenden Monaten innerhalb "FMK im Radio" zu hören sein.

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Update 13.08.07: Jo erinnert sich an eine sehr bewegende Zeit der Lothringer Privatsender zurück. Anfang 1990 wurden diverse Stationen auf französischer Seite geschlossen. Nur zwei davon kamen nach über einem Jahr Sendepause zurück in den Äther ! Hier Josefs interessanter Artikel mit der Überschrift: Die Schließung aller Radiostationen im Grenzraum zum Saarland im Winter 1990 und Wiedereröffnung weniger Stationen im Frühjahr 1991

Update 06.09.07: Josef Theobald> hat unter dem Titel "Geschichte des Freien Radios" eine eigene Yahoogroup gegründet. Diese Präsentation ist als Ergänzung zu FMK zu sehen. Drei Monate werden die Beiträge frei einsehbar sein. Später dann nur für Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist selbstverständlich kostenlos ! Diese Yahoogroup befasst sich mit den Anfängen des Free Radio und gibt Ausblicke auf die heutige Situation. Erste hochinteressante Beiträge über die Geschichte der Seesender hat Jo bereits online gestellt ! Hier der Link zur "Geschichte-FR".

Jo stellt die von ihm gegründete Yahoogroup "Geschichte-FR" vor - alle FMK-Leser sind eingeladen, sich auf dieser interessanten Seite mit vielen Hintergrund-Infos umzuschauen, bzw. sich aktiv zu beteiligen !!! update 13.09.07: Mittlerweile sind die ersten interessanten Soundfiles innerhalb Geschichte-FR abrufbar !!!

update 24.09.07: Fortsetzung der spannenden Geschichte der Offshore-Stationen > Die Rückkehr der Seesender (Teil 2)   Chronik 1985 !

Mit der Überschrift: Mythos BNL beleuchtet Jo die Geschichte des legendären Senders - auch unter kritischen Gesichtspunkten !

update 28.09.07: Für Mitglieder der Yahoogroup Geschichte-FR wurden weitere interessante Infos eingestellt:

  • Zum Beitrag "Mythos BNL" wurden Fotos aus der Zeit als "pdf-Datei" aufgenommen
  • Neue Soundfile> Der erste Auftritt von Josef Theobald im Radio anlässlich des Hörer-Fanclubtreffens von Radio Victoria am 28.10.1984 in Bonn. Damals interviewte Horst Garbe !
  • Der ursprünglich für Wikipedia verfasste Artikel über "Radio Victoria" gibt Aufschluss über die Bedeutung dieser Radiostation kurz vor der einsetzenden Liberalisierung des Rundfunkwesens in Deutschland. Diese Station setzte damals Maßstäbe in der Musikauswahl und auch in der Präsentation. update 03.10.07> Dank freundlicher Genehmigung von Jo ist die Geschichte von RV auch hier abrufbar !!!

update 28.10.07

Josef Theobald präsentiert innerhalb seiner Webseite zwei neue Soundfiles ! Hier der Link ! Es handelt sich dabei (speziell für die Schweizer Radio-Freaks) um einen legendären Mitschnitt von Radio 24. FMK-Gestalter Thomas Kircher präsentierte hier für die Kurzwellenmusikstation Radio Victoria die letzten Sendeminuten des Schweizer Piraten von der Pizzo Groppera (u.a. mit Roger Schawinski und Christian Heeb am Mikro). Zu hören auch, das legendäre Radio 24-Lied ! Verbunden mit dieser Soundfile einen lieben Gruß in die Schweiz, an Christian Brühlhardt

Ausserdem erweiterte Jo seine Webseite um einen Mitschnitt aus dem Programm von Radio Victoria vom 26. 12. 1984 (incl. anschließendem Jingle-Paket!). Bei allen Fans von Roger Kirks "Queen of the airwaves" werden schöne Erinnerungen geweckt. All diejenigen, welche RV überhaupt nicht kennen, können dank dieser Soundfile evtl. besser nachvollziehen, welche Begeisterung dieses FR ausgestrahlt hat. 

update 31.10.07: Deutschsprachiger Lokalrundfunk in Ostbelgien heißt ein chronologischer Rückblick auf die legendären Privatradiopioniere, welche t.w. bis nach Nordrhein Westfalen hörbar waren. Von BNL, R. Distel bis zum Piraten Radio 101 tummelten sich hier mitunter bis zu NEUN deutschsprachiger Stationen !

update 05.11.07: Horst Garbe und Radio Aktivität - ein sehr interessantes Porträt dieses belgischen Senders durch einen besonderen Radiomacher ! zur Verfügung gestellt, dank Josef Theobald ! Der Artikel erschien im Kurier der ADDX (Ausgabe 23-24/1987).

Mit Radio Benelux/BNL wurde eine weitere Soundfile/mp3-Datei online gestellt. Hierzu schreibt mir Jo folgendes>  

Als fünfte Soundfile wurden Mitschnitte von Radio Benelux (BNL)
aufgenommen.

Leider wurde die Überspielung auf Cassette teilweise laienhaft
gemastert. Trotzdem erscheinen mir die Mitschnitte hörenswert.

Dank meiner hervorragenden Hifi-Anlage ist es mir immer wieder
möglich, hochwertige Aufnahmen zu machen, diese auf eine Audio-
CD zu brennen und schließlich diese dann einer Komprimierung zu
unterziehen, um den CD-Inhalt als MP3-Datei auch hochladen zu
können, damit ein größerer Personenkreis sich diese Mitschnitte
anhören kann.

Viele Jahre habe ich mich so zu sagen mit dem guten Ton befasst.
So habe ich mich über den Stand der Hifi-Technologie informiert,
mich in die einschlägige Literatur eingelesen und habe viele Hör-
tests und Experimente durchgeführt, um schließlich den heutigen
Stand zu erreichen.

Verwendete Marken:

ROTEL, NAKAMICHI, UHER, ONKYO, DENON und CAMBRIDGE AUDIO.

Josef Theobald

Josef Theobald weist auf seine neue Webseite mit interessanten Farbfotos hin. Hier der Link!

25.11.07> Heute wurde eine weitere Soundfile hinzugefügt. Sie stammt von RADIO JOYSTICK mit dem Betreiber CHARLIE PRINCE (alias Jens Hofstadt) aus Mülheim (Ruhr). Die Aufnahme stammt aus der Zeit, als die Programme noch über RADIO MILANO INTERNATIONAL in Italien ausgestrahlt wurden.

Unter anderem beschäftigt sich die Geschichte-FR intensiv mit den Offshore-Piraten, den deutschsprachigen Stationen aus Ostbelgien, sowie privater KW-Stationen. Hierzu hat Jo einen chronologischen Rückblick online gestellt. Exklusiv für FMK stellt er nachfolgend seinen neuesten Beitrag zur Verfügung>

Die Musiksender entdecken die Kurzwelle

Schon die Seesender wie RADIO CAROLINE entdeckten die Kurzwelle, um ihre Musik an den Mann zu bringen. Denn sie sendeten auf den Frequenzen, die auf dem Kontinent schlecht zu empfangen waren. Lediglich die Küstenregionen kamen in den Genuss des Empfangs auf der Mittelwelle. Denn es wurden in der Regel Frequenzen unter 800 kHz eingesetzt. Durch die Liberalisierung des Rundfunkwesens in anderen Ländern Europas ergab sich die Möglichkeit, die Kurzwellensender als eine Art Relaystation zu nutzen. Die bekannteste Station war in diesen Jahren RADIO MILANO INTERNATIONAL. Die hier eingesetzte Frequenz 7295 kHz war im deutschsprachigen Raum gut bis mittelmäßig zu empfangen. Die erste Musikstation aus Deutschland, die diese Möglichkeit auch nutzte, war RADIO VICTORIA aus dem Raum Frankfurt. In Zusammenarbeit mit dem Worldwide DX Club in Bad Homburg, von dem man das Postfach nutzen durfte, startete man am 17. September 1983 die ersten Sendungen auf der Kurzwelle. So war man am Wochenende jeweils vier Stunden lang zu hören. Der WWDXC steuerte das DX-Programm bei. Im Vorfeld machte ein Interview mit Wolf Harranth (RÖI) Aufsehen, als der Betreiber der Station mit Namen Roger Kirk vollmundig sein Projekt vorstellte und den Anschein gab, als würden finanzkräftige Leute dahinter stehen. In DX-Kreisen machte das Gerücht von dem "deutschen" RADIO CAROLINE die Runde, vor allem
dadurch, dass man sich "Königin der Ätherwellen" nannte. Leider hatte sich Roger Kirk durch sein Auftreten viele Feinde gemacht. Nicht wenige Zeitgenossen sprechen nicht gut über ihn. Doch werden diese Vorwürfe seiner Person nicht gerecht. Denn ihm steht der Verdienst zu, deutschsprachiges Popradio salonfähig gemacht zu haben. Denn die Präsentation bei den öffentlich-rechtlichen Radios war oft nicht ganz überzeugend gewesen. Viele wendeten sich daher ab und hörten z. B. RTL aus dem Großherzogtum Luxemburg. Schon das Projekt von
RADIO NORDSEE INTERNATIONAL in den Siebziger Jahren offenbarte deutlich, dass es in Deutschland einige Defizite im Bereich der Musikpräsentation gab. Viele Plattentitel wurden
falsch ausgesprochen. Die Englischkenntnisse lagen oft im Argen. Für aktive Kurzwellenhörer lagen die Alternativen entweder bei der BBC oder bei RADIO SCHWEDEN. Im Westen Deutschlands konnte nur der Südwestrundfunk mit seinem dritten Programm überzeugen.
Als eventuelle Alternative galt SR1 - Europawelle Saar - mit dem Abendprogramm "Hallo Twen".

RADIO VICTORIA sendete bis zum 22. 04. 1985. Denn es gab mit dem Management von RMI offensichtlich Differenzen, die eine weitere Ausstrahlung des Programms nicht erlaubten.
Jens Hofstadt aus Mülheim (Ruhr), ein ehemaliger Mitarbeiter von RADIO VICTORIA, baute ein eigenes Radioprojekt auf und betrieb die Station RADIO JOYSTICK. Jens stand auf schwarze Musik und konnte sich nicht mit der Musikauswahl bei Victoria anfreunden. Bei ihm waren die Gruppen The Deele, The Gap Band, Change, Dazz Band, SOS Band usw. zu hören. Beide, Jens und Roger, waren von Natur aus dominierende und starke Persönlichkeiten mit vorwiegend eigenen Profilen, die wohl eines Tages aufeinanderprallen mussten. Außenseiter werden dies zwar bemängeln, doch waren diese Eigenschaften eher notwendig, wenn man eine Free-Radio-Station erfolgreich betreiben wollte. Auch RADIO JOYSTICK bediente sich der italienischen Station RMI. Erste Kommentare brachten die Station in die Nähe von RADIO BATIDA. Auch gab es den alten Vorwurf, man würde die gleichen Scheiben spielen wie die öffentlich-rechtliche Konkurrenz. Am 1. Samstag im Monat um die Mittagszeit wurde das Programm gesendet. Man unterhält seit geraumer Zeit im Internet für Fans der Station eine eigene Webseite.

Josef Theobald

update 04.01.08: Charlie Prince bittet um Feststellung, dass RADIO JOYSTICK seine Wurzeln in MÜLHEIM AN DER RUHR und nicht in Mühlheim mit zwei "h" hatte. (obiger Text bereits korrigiert). Auch weist er darauf hin, dass RADIO JOYSTICK an jedem 1. Samstag im Monat um 09.00 Uhr UTC auf der Frequenz 9290 kHz
über den Sender RNI in ULBROKA (Lettland) sein Programm ausstrahlt.

Des weitern ergänzt Charlie, dass er früher für RADIO 101 und RADIO TELSTAR INTERNATIONAL ebenfalls Sendungen produziert hat.

Seiner Bitte um Veröffentlichung komme ich hiermit gerne nach.

Radio Joystick ist übrigens mit eigener Webseite im Netz präsent: Hier der Link

Neue Soundfile> Mitschnitt aus dem Programm von RADIO BATIDA, dem wohl legendärsten Radiopiraten aus dem Norden Deutschlands, mit dem Betreiber Kenny Day am Mikrofon, wie er sich nannte. Die hier vorliegende Studio-Aufnahme ist aus dem Jahre 1985. Radio Batida war unter Freunden der Funk, Soul, Disco und Raggae Musik äusserst beliebt. Mitte der 80er spielte man Musik, wie sie im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht zu hören war !

FMK-Tipp: Registriert Euch noch heute kostenlos bei Josef Theobalds Yahoogroup "Geschichte-FR". Nur so habt Ihr die Möglichkeit sämtliche Dateien, Soundfiles, etc. anzuwählen. Es lohnt sich !!!

Josef Theobald berichtet heute, sowohl innerhalb seiner eigenen Webseite (Geschichte-FR ), als auch für FMK über den bekannten Piraten Radio Batida. Hier sein Portrait:

RADIO BATIDA - der Pirat aus Niedersachsen

Eingefleischten Kennern der Free-Radio-Szene ist RADIO BATIDA immer ein Begriff. Im Oktober 1983 sendete man auf der Kurzwelle 7286 kHz . Nach diesen Testsendungen strahlte man auf der QRG 7365 kHz unregelmäßig eine 45-minütiges Programm aus. Dabei
verwendete man einen 40-Watt-Sender, der nach eigenen Angaben irgendwo in Niedersachsen stand.

Als Adresse war in Gebrauch ein Postfach in Bremen. Vorwiegend wurden Reggae und andere schwarze Musiktitel gespielt. Die DJ's hießen Thilo, Bernd und Michael.

Im Jahre 1985 war man im Raum Hannover auch im FM-Bereich auf der Frequenz 103,8 MHz zeitversetzt zu den Sendungen auf der Kurzwelle zu empfangen. Jetzt tritt auch der Operator dieser Station mit dem Pseudonym Kenny Day auf.

Gegen Ende der Achtziger Jahre wurde aber diese Piratenstation ausgehoben. Dadurch wurde allerdings die private Radioszene erheblich ärmer. Denn das Format der Station überzeugte. Nicht wenige Radiomacher nutzten hier oft die Gelegenheit, eine eigene Gast-DJ-Show zu produzieren, die später von RADIO BATIDA auch ausgestrahlt wurde. Auch in meinem Umfeld ist ein solcher Versuch gestartet worden. Ich nenne hier nur die Namen Thomas Kircher
und Matthias Hauber aus der Stadt Heilbronn. Vor kurzem wurden diese plötzlich unterbrochenen Kontakte wieder hergestellt. Der Free-Radio-Gedanke ist eben nicht so einfach tot zu kriegen.

Josef Theobald
 
Josef hat auf seiner Webseite Yahoogroup "Geschichte-FRals letzte Soundfile für das Jahr 2007 einen Mitschnitt von Star*Sat Radio online gestellt, dem letzten großen Projekt von Jo Lüders, der zuvor durch Radio Bavaria International mit der Sendeanlage in Südtirol bekannt wurde. Beim Münchener Kabelpilotprojekt hatte er sich mit RADIO XANADU einen Namen gemacht. Der Zeit leider immer zu weit voraus, startete er im März 1988 Star*Sat Radio, ein Radioprojekt, das ständig um sein finanzielles Überleben kämpfen musste. Denn die erwarteten Hörerzahlen blieben leider aus. Star*Sat Radio wurde bekannt durch seine Specials, in dem bekannte Musikformationen der damaligen Zeit vorgestellt wurden. Hier ist es die Gruppe Depeche Mode.

Radio R.B.H. - die ersten Anfänge privaten Radios in Lothringen

Im Jahre 1982 ging ein neuer privater Sender aus der französischen Region Lothringen in den Äther, der von dem Förderverein "Bei uns dahem (daheim)" getragen wurde. Man war auch unter den Namen "Radio Bassin Houiller" oder "Radio Kohlegebiet" bekannt gewesen.
Der Sender stand in Freyming-Merlebach, also in einem Gebiet, in dem damals noch viel Steinkohlenbergbau betrieben wurde. Man sendete auf der Frequenz 101 MHz. Am Sonntag kam zwischen 14.00 und 16.00 Uhr eine Sendung in Lothringer Mundart mit dem Schwerpunkt "Sitten und Gebräuche im alten Lothringen". Hier sind alte Berufe sowie die damaligen Festtagsbräuche vorgestellt worden. Auch wurden historische Hintergründe aufgezeigt. So waren weite Teile Lothringens gegenüber der "Abtei Fraulautern" (heute ein Stadtteil von Saarlouis) tributpflichtig gewesen. Die heutigen Grenzen des ehemaligen Herzogtums Lothringen stimmen nicht mehr mit den früheren überein. Ein Teil im Osten fiel an Preußen und gehörte seit 1815 zum Regierungsbezirk Trier innerhalb der Rheinprovinz. Heute bildet dieser Teil mit den ehemaligen bayerischen Gebieten das heutige Bundesland "Saarland".
Einige Jahre später gewann man den Entertainer Michael Chéval, der die "Internationale Hitparade" von R.B.H. moderierte. Aus der aufgezeichneten Sendung kann man heraushören, dass kleine Gewerbetreibende die Station viele Jahre finanziell unterstützten. Sie werden hier als Außenstellen der Station bezeichnet. Doch reichte diese Unterstützung nicht mehr aus, da im Jahre 1988 die Station nicht mehr zu hören war. Den Entertainer Michael Chéval kann man heute als Zauberer im Internet für eventuelle Auftritte bei Feierlichkeiten usw. buchen.

Radio Moselle Thermal - der Country- und Westernsender

Im Jahre 1985 war für kurze Zeit R.M.T. aus Amnéville bei Metz,
also von den warmen Quellen an der Mosel zu hören. Das Format
war Country und Western. Die Moderation war dreisprachig. Doch
war man nur für kurze Zeit im Äther gewesen. Man sendete auf der
Frequenz 103,5 MHz und war hier nur in Mono aufzunehmen.

Josef Theobald

Radio Forum - der Lieblingssender im Raum Saarlouis

Seit 1982 war auch RADIO FORUM stundenweise in Deutsch zu hören. Denn flotte Musik und gute Themen waren das Aushängeschild des Senders. Auch verstand man es gut, hautnah zu senden. Die Reporter gingen auf die Straße, ins Geschäft und waren dabei immer aktuell. Seit 1986 sendete man auf der Frequenz 92,8 MHz. Gleichzeitig erweiterte man die Sendezeiten des deutschsprachigen Programms. Der Sender stand in Forbach, gegenüber
von Saarbrücken auf der französischen Seite.

Man beschäftigte ausgesuchte Sprecher, die sich großer Beliebtheit, besonders bei den weiblichen Zuhörern, erfreuten. Am Vormittag war ein Musikjournal mit Haushaltstipps und am Abend standen Oldies, ein Modejournal, ein Discotreff, ein Stammtisch und am Freitag der Sport auf dem Programm.

Die Sprecher hießen Gerd, Günter, Bernd, Walter und Gabi. Wegen der tollen Musik, derer sie sich bedienten, galten sie vielfach als prima und standen deshalb hoch im Kurs.

Geschlossen wurde die Radiostation am 26. 01. 1990. Der Hintergrund hierfür war die Schaffung erleichterter Startbedingungen für RADIO SALÜ.

Josef Theobald

Radio RVN - der erste professionelle Sender

Im Jahre 1987 startete das deutschsprachige Programm von RADIO RVN. Dies stand für "Radio Vallée de la Nied", also in Deutsch "Radio Niedtal". Nach Beendigung der Testphase
war man 10 Stunden auf Sendung. Das Hauptaugenmerk lag auf der Altersgruppe von 16 bis 45 Jahren. Das Team von RVN wurde von der Werbeagentur Media-Phon aus der Gemeinde
Schmelz bei Lebach rekrutiert und genügte höchsten Ansprüchen. Man merkte direkt, dass hier ein für viele Jahre angelegtes Konzept vorherrschte. Zuerst sendete man aus Bouzonville, später aus Hargarten. Das Studio war in einer Holzbaracke untergebracht, äußerlich von der Hauptstraße kaum einzusehen, und stand in der
französischen Grenzstadt Creutzwald. Die verwendete Sendefrequenz war zuletzt 103,8 MHz.

Das schon kommerziellen Zielen untergeordnete Programm sorgte aber immer für Diskussionen mit dem französischen Team, das aus einem finanziellen Interesse heraus nicht selten ein falsches Spiel trieb. Denn RVN war in Wirklichkeit nur ein Käufer von Sendezeiten gewesen und musste mit dem Partner "Radio Diffusion 1" darum kämpfen, dass
auch das französische Programm angeglichen wird. Doch in der Praxis fehlten den entsprechend Verantwortlichen die nötige Erfahrung, neue Ideen und auch das geeignete Personal. So war bald absehbar, dass im Laufe des Jahres 1988 RVN ein 24-stündiges Vollprogramm in Deutsch senden würde.

Man war davon überzeugt, dass es mit einer angemessenen Sendeleistung gelingen würde, besonders jüngere Hörer an ein 24-Stunden-Power-Programm zu binden und damit den
anderen etablierten Radiostationen Paroli bieten zu können. Doch sah man ein, dass man zu dieser Zeit nicht allzu gut für Ansprechpartner außerhalb des Saarlandes aufgestellt war.

RVN strahlte ein abwechslungsreiches Musikprogramm aus. Von deutschen Schlagern bis zu den Discorennern war alles vertreten, wobei Discohits vor allem ab 20 Uhr forciert gespielt wurden. Auch war das Programm geprägt durch flotte Sprüche und erfrischende Unterhaltung. Herauszuheben sind hierbei auch die "Top-Twenty Saar". So konnte die Werbeagentur Media-Phon mit Hilfe führender Plattenläden im Saarland eine brandaktuelle Hitparade für junge Hörer auf die Beine stellen.

Neben einem Programmleiter und seinem Stellvertreter aus dem Sportressort hatte man auch einen Werbeleiter.

Zu besonderen Anlässen hatte man einen Stand auf Messen. Während der Vorweihnachtszeit im Jahre 1987 unterhielt man in einem Saarbrücker Warenhaus ein gläsernes Studio.

Die Moderatoren wechselten ständig. Denn RVN war oft ein Sprungbrett für Karrieren bei anderen Radiosendern. Zu denbekanntesten gehörten Bob Murawka, Tommi Schminke, Luciano Falsetti, Jürgen Urig, Lothar Engel und andere. Programmhighlights waren die Morgensendung BONJOUR und die MUSIK-BOUTIQUE. Legendär waren allerdings die Sendungen SOUNDCHECK und RUSHHOUR und zu Anfang des Sendebetriebes die POP (Party
ohne Pause).

Geschlossen wurde die Radiostation am 02. 02. 1990. Der Hintergrund hierfür war die Schaffung erleichterter Startbedingungen für RADIO SALÜ.

Josef Theobald

SÜD WEST RADIO - der Pirat aus dem Saarland

Im Oktober 1981 wurde Süd West Radio (kurz "SWR") von fünf begeisterten Freaks der Free Radio Szene ins Leben gerufen. Nach dem Bau eines Senders wurde im Januar 1982 die erste Testsendung im 48-Meter-Band ausgestrahlt. Nachdem sich herausstellte, dass der Sender für den Dauereinsatz geeignet war, wurden ab Februar 1982 regelmäßige Sendungen gestartet.


Vor allem die gute Hörerbeteiligung hatte das Team ermutigt, das begonnene Projekt fortzuführen. Der damalige Sender lieferte etwa 30 Watt in einem Halbwellendipol. Mit Hilfe
eines Stromaggregates wurde der Sender mobil an verschiedenen Orten betrieben. Um nicht von Funkmessdiensten aufgestöbert zu werden, lagen die Einsatzorte mehrere Kilometer voneinander entfernt. Diese Verfahrensweise wird bis heute beibehalten. Regelmäßige Sendungen wurden bis Mitte 1984 ausgestrahlt.


Nach einer fast zweijährigen Pause entschloss sich die alte Mannschaft von SWR, das Projekt sowohl mit neuen Mitarbeitern als auch mit neuer Sendeanlage weiterzuführen. Nach einer
kurzen Testphase war man im September 1986 wieder "on the air".

Im Jahre 1992 zählten zum SWR-Team: Charly Rafferty, Henry Fox, Pit Dark, Mike O'Brian, Roland Mc Cain, Bill Heavy, Erik van Ackerblom und Harry Brown. Die Sendungen werden
in einem eigenen Studio aufgezeichnet und an mobilen Orten, oft in freier Natur, ausgestrahlt.

Kurzzeitig gab es auch ein Projekt auf UKW, das aber zugunsten der Kurzwelle wieder aufgegeben wurde. Denn man sendet vorwiegend entweder im 41- oder im 48-Meter-Band. Sendebeginn ist dabei ca. 09.55 ME(S)Z.

Da zur damaligen Zeit wenige Geschäfte im Elektronikbereich den Bedarf für Amateurfunker befriedigen konnten, wurde Peter Hell, der langjährige Präsident und Gründer des Kurzwellenhörer Club Saar (kurz "SWLCS"), zum begehrten Ansprechpartner, wenn es
um die Sendertechnik ging. Dieser arbeitete in einem führenden Radiogeschäft in Illingen (Saar) in leitender Position und war für diese Dinge spezialisiert. Er konnte auch Mitgliedern im SWLCS Sonderkonditionen bieten.

Josef Theobald

[Geschichte-FR] SÜD WEST RADIO - die deutschen Piraten aus dem Südwesten

Im letzten Jahr verstarb der langjährige Präsident des Kurzwellenhörerclub Saar (kurz: SWLCS) mit dem Namen Peter Hell plötzlich und unerwartet. Aus der Sicht des Mannes von heute war dies ein sehr großer Verlust für die DX-Szene. Der SWLCS war als kleiner Verein eine Ergänzung zur großen Konkurrenz ADDX in Düsseldorf (heute: Mönchengladbach) gewesen. Aus den Reihen von SWLCS-Mitgliedern entwickelte sich das wohl kleine Projekt SÜD WEST RADIO, das wechselnde Mitwirkende aufwies. Im Hintergrund unterstützte Peter Hell diese Leute, wie er nur konnte. Der Moderator kennt leider fast keinen aus diesem Team von Free Radio Begeisterten, weil er sich relativ früh in Richtung Frankfurt (Main) und NRW orientierte. Denn hier waren die Meister ihres Faches beheimatet. Hier konnte man auch die Leute rekrutieren, die ein aufsehenerregendes Programm auf die Beine stellten. Die einzelnen Programm-Macher hatten noch relativ viele Freiheiten. Einen Zwang zur Angleichung, wie sie heute vielfach gefordert wird, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.

Im Vordergrund stand die allgemeine Bekanntmachung eines alternativen Konzeptes,
das von dem der öffentlich-rechtlichen Anstalten abwich. Man wollte freies, privates und unabhängiges Radio quasi salonfähig machen. Mit viel Pathos ging man dabei zur Sache. Der gleiche Geist herrschte damals vor, als in Lothringen an der Grenze zum Saarland RADIO RVN in den Äther ging. Die POP (Party ohne Pause) war vom gleichen Anspruch geprägt. Spass und Unterhaltung standen dabei im Vordergrund.

So möchte ich hier allen gedenken, die zur damaligen Zeit den Mut aufbrachten, etwas anderes auf die Beine zu stellen. Auch wenn hier und da Kritik aufkam, bleiben diese Leute heute unvergessen. Denn sie weisen doch hohe Verdienste durch die Neugestaltung der Rundfunklandschaft auf. Wann werden diese Leute endlich wegen ihrer Verdienste geehrt? Ronan O'Rahilly konnte sich schon einer solchen Ehrung erfreuen. Wann gedenkt man in Deutschland dieser Leute?


Josef Theobald

Anmerkung> Nach dem Drängen vieler ehemaliger Mitglieder des SWLCS und befreundeter DX-Clubs existiert heute eine so genannte MEMORY-WEBSEITE mit Fotos und Infos über die Arbeit des SWLCS und das Wirken des langjährigen Präsidenten PETER HELL.

Sie ist zu finden entweder unter

--- www.swlcs.eu ---

oder unter

--- www.swlcs.net ---

Josef Theobald kündigt gegenüber FMK folgenden interessanten Free-Radio-Rückblick an (Jo: FMK freut sich schon jetzt auf Deine FR-Erinnerungen !!!)>

Man kann etwa DREI Gruppen von FREE RADIO STATIONEN in den Anfangsjahren unterscheiden.

Die ERSTE Gruppe sendete als Piratenstation illegalsowohl im Kurzwellen- als auch im UKW-Bereich, meist nur wenige Stunden. Dabei war man mobil, um nicht von den Funkmessdiensten entdeckt oder aufgespürt zu werden.

Die ZWEITE Gruppe sendete aus Ländern, in denen freies Radio möglich wurde, und zwar aus Italien (meist aus Südtirol), aus Belgien (meist aus dem deutschsprachigen Teil) und aus Frankreich (meist aus Lothringen oder aus dem Elsaß).

Die DRITTE Gruppe nutzte das Angebot an den Urlaubsorten, auch dort deutschsprachiges Radio zu machen. Die Radiomacher waren dort in der Regel Käufer von Sendezeiten, hatten aber mit der Zeit das Problem, von den Anbietern vor Ort abhängig zu sein, die bei wachsender Resonanz bei den Urlaubern plötzlich mehr Geld forderten. Da die Sendungen auf die Urlaubszeit begrenzt waren, gab es hier das Sprungbrett von Leuten, die gerne Freies Radio machen wollten und sich als Vorreiter für eine spätere Entwicklung in Deutschland sahen. Auch wenn die Programme zeitlich begrenzt waren, war doch ein großes Engagement herauszuhören. Oft mit einemkleinen Budget wurde relativ viel geleistet. Obgleich
hier und da die Bandmaschine eierte, die Resonanz war bei den Urlaubern ungebrochen. Besonders in den Siebzigern benutzte man noch deutsche Technik, so dass es hier und da
zu Engpässen bei den Ersatzteilen kam. Denn Geräte aus der Produktion multinationaler Unternehmen, wie heute, gab es damals in ihrer Häufigkeit noch nicht. Erst später haben
diese ehemals deutsche Marken völlig vom Markt verdrängt.

In den nächsten Wochen möchte der Moderator einige Beispiele von solchen Radioprojekten vorstellen.

Josef Theobald

RADIO ALEMAN - der legendäre Urlaubssender in Palma de Mallorca

Dieser Sender wurde von dem Allrounder Günter Rudin gegründet. Damals hörten diese Station etwa 250.000 deutschsprachige Urlauber im spanischen Mittelmeerraum täglich auf der Mittelwelle von 09.00 bis 10.00 Uhr und von 19.00 bis 20.00 Uhr, sonntags auch im FM-Bereich. RADIO ALEMAN bot ein komplettes Programm mit Informationen, Nachrichten, jede Art von Musik, ADAC-Suchmeldungen, Bundesliga-Resultate usw. Natürlich brachte
man auch Werbung, aber mit Tipps über gutes Essen und viel Abwechslung im Ferienalltag.

Rudin arbeitete früher als Conferencier und Kabarettist. Nach einem Urlaub in Mallorca kam er auf die Idee, hier einen Urlaubssender zu gründen. Dabei investierte er umgerechnet 30.000,-- Euro. Am 20. Mai 1967 ging man zuerst auf Sendung. Drei Jahre später wurde das Programm auf zwei Stunden täglich ausgeweitet. Auch erhielt die Station mehrere
Auszeichnungen in Spanien.

Untergebracht war man in einem Sendegebäude von "Radio Popular", von dem die Sendungen auf der Mittelwelle 1286 kHz mit 40 kW Senderleistung ausgestrahlt wurden. So war man im zweimaligen Falle Untermieter gewesen. Im FM-Bereich sendete man auf 103,5 MHz.

Bei RADIO ALEMAN waren drei Leute beschäftigt. Neben Rudin und seiner Frau ein weiterer Kollege.

Finanziell getragen wurde die Station durch die Werbung, mit der die Fixkosten von umgerechnet 2.500,-- Euro im Monat aufgefangen wurden. Damit kam man so über die Runden, wie ein "Edelmann auf ein Mallorca".

Mit der Station erreichte man weite Teile Spaniens, die Balearen, Nordafrika und die französische Grenze bis nach Alicante.

Josef Theobald

FMK-Anmerkung: In diesem Zusammenhang möchte ich folgende Soundfile aus meinem Archiv erwähnen>

Band Nr. 434

Radio Aleman/Mallorca: Womit alles begann: Dies ist das erste Tape meiner Sammlung überhaupt ! Besondere Erinnerungen verbinde ich mit diversen Cuts (zwar teilweise verrauscht, aber trotzdem gelang der Empfang von Radio Brenner 1, Radio Bavaria International, aber auch von Radio 24 jeweils in Heilbronn ! Diverse Cuts hiervon befinden sich auf diesem Band. Aber ein besonderes Highlight gelang mir am 16.07.1983> Über 20 Minuten praktisch konstanten Stereo(!)-Empfang von Radio Aleman aus Mallorca auf 103,5MHz> http://fmkompakt.de/l303.mp3  + Anmerkung des Moderators zum Thema UKW-Fernempfang (Mallorca bis nach Dänemark!): http://fmkompakt.de/l304.mp3 

RADIO MARITIM - der vergessene Werbesender

Am 1. Mai 1970 strahlte zum ersten Mal RADIO MARITIM seine Sendung über Mittel- und Ultrakurzwelle aus. So war man auf Teneriffa, Mallorca, in Barcelona und Malaga mit einem deutschsprachigen Programm zu hören. Der Werbesender gehörte zu der Verlagsgruppe von Gruner + Jahr.

Auf Teneriffa sendet RADIO MARITIM zwischen 17.00 und 18.00 Uhr Nachrichten auf der Mittelwelle 720 kHz. Die Jingles der Station sind zweisprachig, nämlich in deutsch und spanisch. Nach den Nachrichten verwies man auf die Abendpost Nachtausgabe, die
man in Spanien an allen Urlaubsorten kaufen konnte.

Im Mai 1970 wurde die Firma "Radio Maritim GmbH & Co. KG" mit einem Startkapital in Höhe von umgerechnet 60.000,-- Euro gegründet. Im Juli 1970 ging man dazu über, auch französische Werbeträger, wie Radio Monte Carlo und Europe 1, mit einzubinden, die fortan die Verkaufsleitung des Senders in der Bundesrepublik Deutschland übernahmen. So waren die Voraussetzungen für den Sendebetrieb gegeben.

Doch gab es im Februar 1971 erste Schwierigkeiten. Die Verlagsleitung sollte ihre Unzufriedenheit mit den bisher eingesetzten Sendern zeigen. Diese kam vor allem von der
Bertelsmann-Gruppe, die ja mit 85 % am Firmenkapital bei Gruner + Jahr beteiligt war. Im April 1971 wird der Unternehmensbereich Bild + Ton bei Gruner + Jahr verantwortlich
für das Programm von RADIO MARITIM. So werden spezielle Platten mit dem MARITIM - Label auf den spanischen Markt gebracht, um dem Sender ein weiteres Standbein zu schaffen.

Trotz aller noch kommenden Probleme konnte man sich bis 1995 halten.

Josef Theobald

RADIO GLORIA ­ die Musik- und Servicewelle

Armin Mothes, ein ehemaliger Gymnasiallehrer für Latein und Religion, gründete am Gardasee den Urlaubssender unter dem Namen RADIO GLORIA INTERNATIONAL. Seit den Sechziger Jahrenentwickelte sich das Gebiet um den Gardasee zu einem Magnet für deutsche Touristen. So bot sich hier die ideale Gelegenheit, auch für diese Zielgruppe ein ansprechendes Radioprogramm anzubieten. Zunächst setzte man auf eine Zusammenarbeit zwischen zwei Sendern, aber ab Mitte März 1985 sollten sich hier für die Zukunft gravierende Änderungen ergeben.

Während die früher eigenständige Station mit Namen "Radio Garda 3" weitermachen wollte, sah es bei dem Urlaubssender RADIO GLORIA INTERNATIONAL so aus, als wolle man aufhören. Denn man hatte am Gardasee verschiedene Angebote dort etablierter italienischer Sender mit den zugeteilten Frequenzen, die oft zwar sehr verlockend waren, aber auch im Nachhinein entsprechende finanzielle Forderungen nach sich zogen. So stellte sich mit der Zeit heraus, dass die "Ehe" der "Fröhlichen Zwei" nur von kurzer Dauer war.

Man strahlte das Programm in den Monaten Juli und August auf der UKW -Frequenz 97 MHz aus. Das Studio des Senders befand sich in Ghedi, also an einem Ort, der südlich des Gardasees gelegen war. Dabei wurden gezielt sowohl erfahrene Moderatoren als auch Disc
Jockeys eingesetzt. Damit wollte man unterstreichen, dass man zu den Freunden und Schrittmachern freien Rundfunks vor allem auch in Deutschland gehörte.

Nach der Schließung der Station konzentrierte sich Mothes fortan auf andere Projekte, so z. B. auf das STADT-RADIO HEILBRONN, nachdem er sich zuvor zum Lokalradiopräsentator umschulen ließ. Im Herbst 1989 verschlug es ihn schließlich wieder nach Italien und
ging dann zu SÜDTIROL 1, schließlich zu RADIO BRENNER. Doch sollte er aber Ende April 1990 hier wieder seine Moderatorentätigkeit beenden, wie es nach diversen Meldungen wohl den Anschein hatte. Bei RADIO BREMEN machte er eine Sendung über Piratensender, die
den Titel "Bis das die Post uns scheidet" trug.

Josef Theobald

RTC -­ der Urlaubssender aus Rimini

In der Zeitschrift Kurzwelle Aktuell vom April 1985 war zu lesen:

"Der bekannte Feriensender 'RTC' in Rimini wird vom 15. Juni bis
15. September wieder zu hören sein. Auf den beiden Frequenzen 94 und 100 MHz. Neuer offizieller Name der Station: 'RTC ­ Teleradio-mare'. In der erwähnten Zeit wird 'RTC' von 7.00 ­ 22.00 Uhr ein Live-Programm senden und von 22.00 ­ 7.00 Uhr ein Programm vom Band.
Die Fernsehsendungen, die dieser Ferienradiosender bisher zusätzlich bot, werden dagegen nicht mehr fortgesetzt.

Grund: 'Mit dem kleinen Stab, den man dort hat, ist nicht auch noch ein TV-Programm zu schaffen!' So wörtlich die Begründung zur Einstellung der TV-Sendungen in Deutsch, wie wir von dem Hamburger Initiator und unermüdlichen 'Motor' von 'RTC' Jean André, erfuhren."
(Seite 19)

Vorher strahlte man das Programm auf den Frequenzen 91 und 102 MHz aus, wie man der Ansage aus dem zur Verfügung gestellten Mitschnitt entnehmen kann.

Einer der bekannten Moderatoren war der Schlagersänger Bert Beel, der aus den neuen Bundesländern stammte und bei dieser Station die damals offenbar beliebte Gruß- und Wunschsendung mit dem Titel TUSCH präsentierte. Dies war bis zum Jahr 1992 der Fall.

Josef Theobald

 
Josef Theobald wurde Ende März 2008 von Jo Lüders Sohn kontaktiert ! Zum Gedenken an Jo nachfolgende Info:
 
Heute hat der Moderator eine neue Soundfile in die Rubrik "Dateien" eingestellt. Sie ist ein Special im Gedenken an den großen deutschen Radiopionier JO LÜDERS. Dieser Name
ist mir seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert ein Begriff. Unsere Radioarbeit wird sich stets an dieser Person orientieren.

Auf dieser Webseite könnt ihr mehr über den Werdegang des Radiopioniers erfahren.

Zunächst habe ich alte Cassetten auf meinen NAKAMICHI CR-5 kopiert und das Ergebnis auf die Festplatte gerippt. Deshalb bleibt das Hörergebnis überzeugend. Besser geht es nicht mehr.

Hier kann man mehr über das Cassettendeck erfahren. Von der Marke besitze ich noch einen CD-Wechsler, den ich für die Produktion meiner Beiträge einsetze. Es ist der MB-3s.

In der neu erstellten Fotogalerie sind künftig technische Einzelheiten zu ersehen und für den einen oder anderen von Interesse.

Josef Theobald
 
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Wegen der Vielzahl der Beiträge wird der Beitrag des Moderators im Medienmagazin bei RTI zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt. Da in der nächsten Zeit hier einige Anderungen geplant sind, kann diesnur von Vorteil sein. Doch ist bislang noch nichts Konkretes zu vermelden.

Am 31. Mai 2008 findet in Frankfurt das FMK-Treffen statt. Hierfür ist die Zeit "15.00 Uhr" vorgesehen. Da der Moderator auch zugegen ist, würde er sich freuen, wenn noch mehr dazustoßen könnten. Dadurch ergäbe sich die ideale Gelegenheit, sich näher kennen
zu lernen und verschiedene Gedanken auszutauschen. Vielleicht erleben wir auch, dass unser Team weiter verstärkt wird. Denn wir wollen expandieren. Dazu benötigen wir noch mehr Mitarbeiter, die in ihrer Freizeit sich sendefähige Themen ausdenken und im Rahmen einer Produktion diese dem interessierten Hörer weitergeben. Wir sind Free Radio Leute und
daher diesem Ideal verpflichtet. Näheres in einer der nächsten Beiträge des Moderators.

Josef Theobald 
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Diesmal hat der Moderator das Foto des bekannten DX-Editors HANS WERNER LANGE aufgenommen. Es ist der ADDX-Sonder-QSL-Karte vom September 2000 entnommen. Auf der Rückseite trägt sie die Unterschrift des bekannten DX-Editors.

H. W. Lange ist auch ein großer Freund von Free Radio. Der Moderator hatte ihn persönlich zuletzt auf dem Hörerfanclubtreffen von RADIO VICTORIA in einem Vorort von Bonn im Herbst 1984 gesehen. Als doch weithin bekannte Persönlichkeit war er stets umringt von den
interessierten Gästen. Technisches Top-Thema war zu dieser Zeit die richtige Justierung der Tonköpfe bei den damals noch meist gebräuchlichen Cassettendecks.

Zur Zeit ist H. W. Lange auch im Medienmagazin bei Radio Transsylvania International (RTI) zu hören. Auch arbeitet er für die Station RADIO 700 in der Nordeifelstadt EUSKIRCHEN unweit von BONN.

Josef Theobald
 
RADIO VICTORIA plant angesichts seines 25. Stationsgeburtstages ein Comeback auf der Kurzwelle. Damit will man sich endgültig von seinen Hörern verabschieden, nachdem 1985 plötzlich die Sendungen aus Italien eingestellt wurden. Die Schlußsendung ist am 21. 09. 2008 zwischen 11.00 und 15.00 Uhr. Erstmals ist man am 01. 06. 2008 ab etwa 13.00 Uhr zu hören.

Der Gründer der Station mit Namen ROGER KIRK will damit klarmachen, dass RADIO VICTORIA niemals wiederkehren wird. Doch hat dies niemand erwartet. Denn RADIO VICTORIA ist als Radioprojekt zu verstehen, das zu Beginn der Bestrebungen in der
Bundesrepublik Deutschland begann, hier auch privates Radio zuzulassen. ROGER KIRK hat zwar immer ein Comeback angekündigt, doch war dieses so zu verstehen, dass er innerhalb eines anderen Radioprojektes in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt hätte.
Doch ist er mehrmals mit diesem Vorhaben gescheitert. Aus tiefer Enttäuschung hatte er sich somit vom Radiomachen abgewandt und sich den Printmedien zugewandt. Hier scheint er erfolgreicher zu sein. Genaueres ist leider nicht bekannt.

ROGER KIRK möchte aber in der Memorialsendung und auf der Webseite www.radio-victoria.de die Geschichte der Gründung von RADIO VICTORIA darlegen und vielfach unbekannte Details der interessierten Öffentlichkeit näher bringen.

Leider existieren heute immer noch Vorbehalte gegenüber ROGER KIRK, die aber nach näherem Betrachten heute nicht mehr haltbar sind. Auch wenn er es heute selbst nicht mehr
wahrhaben möchte, hat er doch den Beginn privaten Radios in Deutschland wesentlich mitgeprägt.

Der Moderator wünscht ROGER KIRK für seinen weiteren Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Josef Theobald
 
 
 
Die Rückkehr von RADIO VICTORIA

In der letzten Ausgabe des FREE RADIO FANZINE Nr. 1/87 waren folgende Zeilen zu lesen:

"Aufgrund

a) Zeitmangels,

b) momentan nicht bestehender Notwendigkeit,

c) Mangel an einer vernünftigen Relaisstation und

d) weil einige unentbehrliche Mitarbeiter ,gone' sind (wir
denken da an die liebreizende Michelle, die im Moment in
der Welt herumgondelt),

wird es RADIO VICTORIA in diesem Jahr nicht geben. Das war nicht alles gewesen, wir denken über ein modifiziertes Comeback nach - aber keine Sache, die schlecht vorbereitet und/oder nur schlecht hörbar ist. Das braucht auch seine Zeit, und so werden wir effektiv
erst 1988 wieder aktiv darüber nachdenken und/oder etwas unternehmen." (Seite 3)

Unterschrieben waren diese Worte mit "roger kirk (RV)".

Nun sind es jetzt tatsächlich 20 Jahre her, als dies geschrieben wurde. Jetzt kommt der tatsächliche und endgültige Abschied.

RADIO VICTORIA war für uns wegen seiner Musikauswahl und der fast perfekten Präsentation ein Vorbild gewesen. Auch stand man nicht allein in der Welt. So kamen innerhalb der INFO-SHOW Spezial auch aktuelle sozialpolitische Themen zur Sprache. Man gab sich auch engagiert in ökologischen Fragen. So waren auch selbstproduzierte Werbespots für GREENPEACE zu hören. Hauptakteure waren die Michelle und der Roger. Sie waren auch an der Produktion diverser Jingles beteiligt. So bleiben beide heute unvergessen.

Josef Theobald
 
 
Die technischen Entwicklungen in der Unterhaltungselektronik

Wenn ich die Qualität der damaligen Sendungen von Radio BNL betrachte, kommt mir in den Sinn, dass das ausgestrahlte Signal mit Absicht übermoduliert war. Denn man wollte bis in weite Teile von Nordrhein-Westfalen empfangbar sein. Die eingesetzten Verstärker waren zu der Zeit meist noch schwachbrüstig. Zwar hatte schon die Firma HARMAN ab dem Jahr 1980 in ihren teureren Modellen schon Hochstromnetzteile eingebaut. Doch sollte es noch ein wenig dauern, bis alle Modelle des Herstellers diesen Standard boten. Mitte der Achtziger Jahre zog die Firma ROTEL nach. Auch die Firmen DENON und NAD begannen mit der Zeit,
hier auch gleichzuziehen. Die ersten noch in englischen Labors entwickelten Geräte verfügten noch über unterdimensionierte Kühlbleche. Gegen Ende der Achtziger Jahre hielten hier nun
allmählich Ringkerntransformatoren Einzug. In den Neunziger Jahren machte ROTEL dadurch Aufsehen, dass es in einen Verstärker der mittleren Preisklasse einen überdimensionierten
Trafo einsetzte und gleichzeitig hier eine Technologie entwickelte, die sowohl ein kräftiges Signal als auch Klangoptimierung bot.

Mit der Zeit stellte sich heraus, dass die besten Verstärker von ROTEL, CREEK, CAMBRIDGE AUDIO, NAD, DENON, KRELL und MARANTZ kamen. Auch konnte der in Japan angesiedelte
Mischkonzern YAMAHA mit kleinen Firmen wie MISSION oder SUGDEN und anderen kaum bekannten Marken mithalten.

Zu nennen ist hier ebenfalls die Story von Stan Curtis, einem englischen Hochschulprofessor, der die Marke CAMBRIDGE AUDIO in den Sechziger Jahren gründete. Alles begann in diesen Jahren in Hinterhöfen. Doch hatte Curtis das Pech, dass seine Werkshalle öfters
abbrannte und er daher nach neuen Geldquellen suchte. So war er auch einmal für die Firma ROTEL tätig gewesen, die ihm einen neuen Start in der Branche ermöglichte. Doch gehört heute seine Firma mehrheitlich einem chinesischen Elektronikkonzern. Aber er arbeitet noch für CAMBRIDGE AUDIO. Denn für Kenner ist seine Handschrift nicht zu übersehen.

Auch arbeitete man in den Achtzigern noch vielfach mit Plattenlaufwerken. Erst gegen Ende der Achtziger Jahre ging man zu CD-Laufwerken über. Doch gab es bei der Softwareindustrie
Probleme mit der Qualität der gepressten Rohlinge. Es wurde die in den Neunzigern erreichte Dynamik noch nicht erreicht. Anhand der noch vorhandenen Mehrspurbänder war es aber
möglich, diverse Audio-CD's später digital zu remastern. Somit ist eine verbesserte Hörqualität erreicht worden.

Noch gehen die Meinungen auseinander, welcher Klang der bessere ist. Die einen setzen nach wie vor auf Turntables. Die anderen auf CD-Laufwerke. Eine Free-Radio-Station importiert seine Platten direkt aus den USA. Die anderen haben ähnliche Ambitionen bei Audio-CD's. Doch ist den digitalen Geräten heute bei entsprechender Filterung und
Wandlertechnologie der Vorzug zu geben. Ich selbst setze seit nunmehr 20 Jahren digitale Geräte ein und beobachte seit vielen Jahren die technischen Neuerungen.

In den letzten Jahren haben allmählich PC's Eingang in die Studios genommen. Doch haben diese oft den Nachteil, den erhofften Klanggewinn nicht zu erreichen. Ideal sind diese
im Bereich der Konvertierung in ein anderes Dateiformat oder in der Erzielung einer schnellen Kopie. Im Vergleich zu Anlagen mit hochwertiger Hifi-Technologie ziehen aber PC's leider den
Kürzeren. Manchmal klingen die Produktionen, als kämen sie aus der Konserve. Denn wichtig bleiben große Bandbreiten entweder für die Wiedergabe oder für die Aufnahme hochwertiger Klangquellen. Dazu werden in vielen Fällen hohe Reserven an Verstärkerleistung benötigt.

Was die Speichermedien nun angeht, gab es in den letzten Jahrzehnten doch gravierende Veränderungen. Neben den verwendeten Bandmaschinen kamen allmählich Cassettendecks zum Einsatz. Um den Klang nachhaltig zu verbessern, arbeiteten einige Hersteller an Verbesserungen. So wurden die eingebauten Getriebe schwerer und umfangreicher. Top-
Geräte liefen mit drei und mehr Motoren. Der Höhepunkt ist damit erreicht worden, dass gleich zwei Tonwellen und verschleißfreie Direktantriebe entwickelt wurden. Zwei Firmen
zeichneten sich hier besonders aus: REVOX und NAKAMICHI. Doch wurde mit der Zeit die Cassette wieder verdrängt. Begriffe wie DAT, MiniDisc und Audio-CD-Recording machten
die Runde. So schwört der eine auf die Methode, zum Beschreiben das eine Medium zu verwenden. Der andere vertraut aber auf die eher bewährten Methoden. Mit dem Einzug
des PC war es möglich gewesen, preiswerte CD-Rohlinge zu verwenden. Es gab aber zunächst Probleme mit den verwendeten CD-Brennern. Selbstgebrannte CD's wurden nicht von allen Abspielgeräten akzeptiert.

Josef Theobald
 
Neue Soundfile > Roger Kirk bei der Welle Untermain !
 
Angesichts der angekündigten Rückkehr von RADIO VICTORIA möchte der Moderator einen Mitschnitt der WELLE UNTERMAIN aufnehmen, und zwar vom Programmstart am 24. 06. 1987.

Hier ist ROGER KIRK zweimal zu hören. Interessant ist der Hinweis auf seine Sendung POPCORN. Daraus ist zu entehmen, dass dieser bei obiger Station als Musikredakteur und auch als Moderator tätig war. Der Sender stand in ASCHAFFENBURG am Main im bayerischen Unterfranken.

Auch sei hier auf den letzten Beitrag hingewiesen, der einen kleinen Einblick in die Veränderungen der Unterhaltungselektronik seit über zwanzig Jahren gibt. So werden hier die Chancen, aber auch die Grenzen aufgezeigt. Der Moderator hatte sich in diesem Zeitraum verstärkt mit diesem Thema beschäftigt.

Josef Theobald
 
Der Programmstart von RADIO REGENBOGEN

Ursprünglich hätte RADIO REGENBOGEN schon am 01. 03. 1988 starten sollen. Doch wurde dieses Vorhaben durch eine einstweilige Verfügung des Verwaltungsgerichts Stuttgart untersagt. Ein ehemaliger Mitbewerber hatte gegen diesen Sendebeginn geklagt. Es konnte aber ein Kompromiss gefunden werden, indem Klaus-Jürgen Hoffie mit der ihm gehörenden Heidelberger Rundfunkgesellschaft zunächst 10 und später 11,25 % an der Lizenz GmbH Radio Regenbogen bekam. Bei dem Programmstart am 25. 03. 1988 sendete man über den Regionalsender Heidelberg mit vorerst 10 kW. Am Ende des Jahres wurde die Leistung auf 50 kW erhöht.

Das Sendegebiet erstreckte sich damals von Rastatt bis Heilbronn und von Würzburg bis Frankfurt. Seit einigen Jahren ist man aber schon in die Kabelnetze eingespeist.

Zu den Anbietern gehörten u. a. die Haas-Gruppe um den Mannheimer Morgen, die Schwetzinger Zeitung, die Fränkischen Nachrichten aus Tauberbischofsheim, der Axel Springer Verlag, die Holtzbrinck-Gruppe mit ihrer Euromedia und nach dem vor dem Verwaltungsgericht erzielten Vergleich die Heidelberger Rundfunkgesellschaft.

1988 ging RADIO REGENBOGEN von jährlichen Kosten von umgerechnet 2,3 bis 2,5 Millionen Euro in der Startphase aus. Eine tägliche Werbezeit von insgesamt 60 Minuten wurde angestrebt. Bei einer 40-minütigen Zeit für Werbung sah man ein mittelfristiges Ziel,
das man für das 3. Jahr nun anstrebte. Zu diesem Zeitpunkt hätte man dann das Stadium der Kostendeckung erreicht und man wäre allmählich in die Gewinnzone geraten.

Typisch für RADIO REGENBOGEN war der hohe Musikanteil. So kamen nur wenige kurz gehaltene Berichte usw. Auch die täglichen Nachrichten überschritten nicht die 2-Minuten-Grenze. Das Wetter wurde immer kurz vor der vollen Stunde angesagt. Es gab in der ersten Zeit praktisch keine Spartenprogramme (z. B. Disco, Jazz, Country o. ä.).
Von 24.00 - 06.00 Uhr wurden die von der Holtzbrinck-Gruppe produzierten und speziell für den Nachtbetrieb bereitgestellten Programme übernommen. Sie kamen von Radio Regional aus Heilbronn und von Radio Wachenburg aus der Stadt Wachenheim.

Einige Sprecher verließen RPR in Rheinland-Pfalz und wechselten zu RADIO REGENBOGEN. Die mitgeschnittene Premiere ist über die Rubrik DATEIEN abrufbar.

KLEINE ANMERKUNG

Obiger Beitrag ist FM KOMPAKT Nr. 4/ 88 entnommen.

Heute hat sich die Situation grundlegend geändert. Durfte noch in den Achtziger Jahren die zu erreichende Zielgruppe auch um die 30 Jahre alt sein, ist heute allein die Zielgruppe von 14 - 24 Jahren interessant. Der Hintergrund hierfür liegt in den Erkenntnissen der Marktforschung. So haben eben jüngere Leute durch diverse Zuwendungen der Eltern oder Großeltern mehr Geld zur Verfügung. Wegen der gegenwärtigen Arbeitsmarktlage nimmt
die Ausstattung mit Geld mit zunehmendem Alter ab. Denn die heutigen Arbeitsverhältnisse sind oft nur befristet und die hier erzielbaren Einkommen liegen in der Regel im Vergleich
hinter den Einkommen der in den Betrieben noch vorhandenen Stammbelegschaft. Auch nimmt die Zeitarbeit rapide zu. Das vorhandene Geld sprudelt nicht mehr so, wie man es vielleicht früher gewohnt war.

Josef Theobald
 
FMK-Anmerkung > In diesem Zusammenhang möchte ich an folgenden Mitschnitt aus dem FMK-Radioarchiv erinnern>

Band Nr. 659

Radio Regenbogen feierte im März 2008 seinen 20 Stationsgeburtstag. Man startete einst am 25.03.1988 (06:00 Uhr). Tatsächlich wollte man bereits am 1.3.1988 on air gehen. Nur wenige werden sich erinnern, dass es kurz vor dem eigentlichen Sendebeginn zum Eklat kam. Kurzfristig musste nämlich der Start aufgrund Widerspruchs eines Mitbewerbers verschoben werden. Hier die Testschleife > http://fmkompakt.de/Regenbogen.mp3 

Retroperspektive-Fortsetzung>

Wegen der von Yahoogroups vorgegebenen Speicherkapazität musste der Moderator leider einige Soundfiles löschen.

Sollte aber weiterhin ein Mitglied Interesse an einem bestimmten Mitschnitt haben, so wende er sich an die E-Mail-Adressse

JosefTheobald@web.de.

Dann erhält er die gelöschte Soundfile als Dateianhang zugeschickt. Doch muss hier darauf hingewiesen werden, dass eventuell vorher vorgenommene Einstellungen entweder rückgängig gemacht werden müssen oder dass wegen des Virenscanners eine Alternative der Speichermethode gefunden werden muss.

Der Moderator hat eine Tabelle angelegt, die eine Aufstellung der bisher erstellten Soundfiles beinhaltet. Sie ist eine Erleichterung für die Mitglieder, die bestimmte Soundfiles
per E-Mail zugeschickt bekommen möchten.

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GRÜNDUNG EINES FMK-ORTSRINGES IN RHEINLAND-PFALZ/SAARLAND

Der Moderator der Yahoogroup "Geschichte-FR" beabsichtigt im Raum Rheinland-Pfalz/Saarland einen ORTSRING von FM KOMPAKT zu gründen.

Interessenten wenden sich bitte an die E-Mail-Adresse

JosefTheobald@web.de

Ziel dieses Ortsringes soll sein,

1. den Gedanken von FREE RADIO zu fördern,

2. eine Plattform für Erfahrungen in diesem Bereich zu sein,

3. eine Lücke zu schließen, die der SWLCS hinterließ.

Es bestehen keine Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft. Allerdings wären Grundkenntnisse im Bereich des Rundfunkfernempfanges und der Medien allgemein keine schlechte Basis für eine stetige Entwicklung des Ortsringes.

Wenn sich genügend Interessenten melden, ist eine Gründungsversammlung vorgesehen. Gedacht ist aber eher an eine lose Mitgliedschaft ohne Bindung an einen bestehenden DX-Club.

Josef Theobald
Yahoogroup "Geschichte-FR"
Mitglied im Team von FM Kompakt
 
Retroperspektive > Josef Theobald stellt seine Soundfiles um !
 
Auf besonderen Wunsch ist ein Großteil der SOUNDFILES in die Rubrik LINKS umgezogen. Dadurch ergibt sich, dass in der Rubrik DATEIEN mehr Speicherplatz zur Verfügung steht. Auch muss man jetzt nicht gleich Mitglied werden, wenn man die SOUNDFILES hören möchte. So gab es von einer Seite entsprechende Kritik. Hier der Link zu vielen historischen Mitschnitten.

Josef Theobald
 
Studiomitschnitte exklusiv von RADIO VICTORIA

Im dritten Teil seiner Biografie erwähnt Roger Kirk, dass
er für das Kopieren der Cassettenbänder ein hochwertiges
Doppelcassettendeck benutzte, das über eine Bias-Regelung
und über ein VU-Meter verfügte. Da ich damals mehrere Bänder
kopieren ließ, kann ich die Qualität der Aufnahmen beurteilen.
Sie war sehr gut. Doch gab es einen kleinen Wermutstropfen.

Der Roger hatte in seiner Kopierstation Tonköpfe aus Sendust,
die bei hochwertigen Wiedergabegeräten einen dumpfen Grund-
ton produzierten. Das vielfach in diesen Jahren verwendete Ton-
kopfmaterial neigte zu Wirbelstromverlusten bei der Wiedergabe
höherer Frequenzen, was ein höheres Rauschen zur Folge hatte.
So griffen viele Hersteller in den folgenden Jahren entweder
zu verschiedenen amorphen Legierungen oder zu Hartpermalloy.

Doch hatte der Moderator Glück. Im Jahre 1987 brachte die Firma
ROTEL ein Cassettendeck heraus, das über einen Kombitonkopf mit
einer Ummantelung aus Sendust-Material verfügte. So war es mit
diesem möglich, die Bänder von RADIO VICTORIA sozusagen zu
decodieren. So ist das Problem nach dem Kopieren später
nicht mehr aufgetreten. Lediglich die C-120 Chrombänder
werden diese Eigenschaften heute noch besitzen.

Damals beschäftige sich der Roger schon intensiv mit diversen
Cassettenbändern. Denn er favorisierte zu dieser Zeit vor allem
Chrombänder. Nach den von ihm gemachten Erfahrungen sprach er
sich dafür aus, bei Möglichkeit die Marke MAXELL zu verwenden.
Als Alternative konnte man die Bänder von SONY benutzen. Doch
kamen bei mir hauptsächlich die Marken MAXELL und BASF zur
Anwendung. Im Bereich der C-120 Chrombänder gab es leider
wenig Alternativen. Man musste zu BASF greifen. Doch wegen
der Präsenzsenke verlieren diese allerdings mit den Jahren
den ursprünglichen Klangeindruck. Lediglich die Bänder von
MAXELL und SONY klingen wie ursprünglich kopiert. Die wohl
beste Audiocassette war die MAXELL XL-II S, die aber in den
Höhen eher zu empfindlich war, für das Kopieren von Bändern
allerdings die besten Eigenschaften besaß. Daher konnte man
dieses Band nicht so hoch wie andere Bänder aussteuern. Eine
Klasse niedriger war die XL-II angesiedelt. Viele Hersteller
von Cassettendecks maßen ihre Geräte mit diesem Bandmaterial
ein.

Josef Theobald
 
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In Ergänzung zu meinem letzten Beitrag über das Medienmagazin
bei RADIO TRANSSYLVANIA INTERNATIONAL, in dem die Trierer
Radioszene in den Achtziger Jahren vorgestellt wurde, passt
bestimmt der folgende Artikel:

"PRIVATFUNK IST NICHT NUR DUDELFUNK"
Von Yvonne Koch

Am 30.04.1986 hat Rheinland-Pfalz das erste landesweite kommerzielle
Rundfunkprogramm gesendet, nämlich PRO Radio 4/ RPR. Bis dahin war
privater Rundfunk in Deutschland ein Tabu, obwohl immer wieder die
Forderung seitens der Bevölkerung nach einer Ausweitung des Programms
bestand. Die Geschichte des Rundfunks im Nachkriegsdeutschland wurde
ebenfalls sehr stark von den ehemaligen Besatzungsmächten geprägt,
was zum Teil bis heute von Bedeutung ist.

Jens Baumgart, Nachrichtenredakteur bei RPR1, spricht über die
Etablierung des Privatfunks und die Besonderheiten des
Rundfunksystems.

Was waren die Anfänge der Entwicklung des privaten Rundfunks in
Rheinland-Pfalz?

Radio RPR ist ein Privatradio, das 1985 gegründet wurde, das erste
seiner Art im Südwesten. Nach der Liberalisierung des Radiomarktes
unter Helmut Kohl, wurden in Ludwigshafen die Weichen für das
Privatradio gestellt. Zuerst entstanden vier unterschiedliche
Radiosender mit jeweils einem eigenen Sendeprofil, die in den
einzelnen Regionen zu empfangen waren: PRO Radio 4; Radio 85,
RPR und der Linksrheinische Rundfunk (LR). Während PRO Radio
4 und RPR kommerziell orientierte Sender waren, sendete der
in Koblenz ansässige LR ein alternatives Radioprogramm. Am
Ende blieben jedoch nur noch die beiden kommerziellen Sender
PRO Radio 4 und RPR übrig, die dann zu Radio RPR fusionierten.

Welche Veränderungen gab es in den 1990er-Jahren?

Eine weitere wichtige Station des privaten Rundfunks in Rheinland-
Pfalz, war die Ausschreibung einer zweiten und dritten Senderkette.
Anfang der 1990er-Jahre erhielt Radio RPR auch die zweite landesweite
UKW-Senderkette und sendete RPR2, ein Schlagerprogramm. Später
entstand dann noch eine dritte Senderkette mit Stützfrequenzen,
das heißt man erreichte nicht die gesamte Bevölkerung, sondern
nur einzelne Städte. Diese hatte zunächst STARSAT Radio, dann
Radio ENERGY und jetzt ist es Rockland Radio. Inzwischen ist aus
RPR2 Big FM geworden, ein Jugendradio. Eine weitere Neuerung in den
letzten Jahren, ist die Ausschreibung von zusätzlichen regionalen
Frequenzen. In Trier hat sie ANTENNE WEST bekommen, und es existiert
außerdem noch in Koblenz ein regionaler Sender. Die einzigen, die
dagegen flächendeckend in Rheinland-Pfalz zu empfangen sind, sind
nach wie vor die beiden RPR-Programme, nämlich RPR1 und Big FM.

Es kamen also mehr Programme dazu. Was hat sich noch geändert seit
den Anfängen des Privatfunks?

Eine wichtige Etappe im Hörfunk in den 1990er-Jahren, war der Einzug
des Computers in die Studios, was erhebliche Veränderungen mit sich
gebracht hat und den Hörfunk insgesamt gewaltig verändert hat. Es gab
eine bestimmte Kontinuität von den 1930er-Jahren bis in die 1980er-
Jahre, wo man mit Bandmaschinen gearbeitet hat. Der Einsatz des
Computers hat jedoch die Arbeitsabläufe verändert.

Was hat sich dadurch gewandelt?

Die Arbeiten im Studio wurden wesentlich vereinfacht, und es ergaben
sich ganz neue Möglichkeiten. Heutzutage entstehen Radiosender, die
ohne Personal auskommen. Da läuft nur noch ein Automat und zur vollen
Stunde werden dann Nachrichten von einer Agentur eingespielt. Das
wäre früher undenkbar gewesen, denn der Personalaufwand war
wesentlich größer. Man brauchte einen Mitarbeiter, der die
Schallplatten auflegte, einen weiteren, der die Nachrichten
gesprochen hat und einen Techniker. Heute funktioniert das
auch mit wenig oder keinem Personal, natürlich nicht bei
großen Sendern wie RPR1.

Welche Unterschiede bestehen im Vergleich zum öffentlich-rechtlichen
Rundfunk?

In der Regel finanzieren sich Privatradios zu hundert Prozent
aus Werbeeinnahmen, und sie sind somit nicht an den GEZ- Gebühren
beteiligt. Das stellt natürlich bestimmte Ansprüche. Die Auswirkungen
sind heute aber nicht mehr ganz klar zu unterscheiden. Der Privat-
rundfunk ist nicht nur „Dudelfunk", wie es früher einmal hieß,
sondern er muss sich mit bestimmten Inhalten positionieren, um
seine Zielgruppe zu erreichen. RPR1 zum Beispiel, versucht über
regionale Inhalte seine Stellung zu festigen Andererseits haben
die öffentlich-rechtlichen Sender sicherlich auch von den Privaten
gelernt und ihre Formate angepasst. Die Unterschiede sind heute
nicht mehr so groß, und sie haben sich auch ein wenig angeglichen.
Natürlich wird sich SWR2 als Kulturradio oder Deutschlandfunk nur
sehr schwer als Privatradio realisieren lassen, allein schon wegen
des personellen Aufwands, der dahinter steht.

Kann man also sagen, dass eine Annäherung stattgefunden hat?

Diese Entwicklung ist gut vergleichbar mit der des Fernsehens. Wenn
man sich die Anfänge von SAT.1 und RTL plus betrachtet, die zunächst
vor allem Erotiksendungen und billige US-Serien ausgestrahlt haben.
Mittlerweile haben sie ihre Infotainment-Formate weiter ausgebaut,
und auch die Nachrichten werden zunehmend seriöser. Es ist im Ver-
gleich zu den 1980er-Jahren, eine große Annäherung festzustellen
und auch im Radio wird inzwischen eine beachtliche Bandbreite
geboten.

Was ist die Besonderheit im Rundfunksystem von Rheinland-Pfalz?

Beim öffentlich-rechtlichen Bereich ist zu bemerken, dass Rheinland-
Pfalz keine eigene Landesrundfunkanstalt hat, sondern von Baden-Baden
mitversorgt wurde über den SWF (Südwestfunk). Der SWF, gegründet
1946, hat die Fläche der französischen Besatzungszone bis ins Jahr
1997 widergespiegelt, obwohl die Besatzungszonen 1949 weggefallen
sind. Dieser so genannte Zonenfunk hatte 50 Jahre Bestand. Das
eigentlich kuriose System ergab sich dadurch in Baden-Württemberg:
Das Land hatte zwei Landesrundfunkanstalten, Rheinland-Pfalz hingegen
keine. Mitten durch Baden-Württemberg verlief Jahrzehnte lang eine
rundfunkpolitische Grenze, nämlich zwischen SWF und SDR (Süddeutscher
Rundfunk), die dann später zum SWR fusionierten. Im privaten Rundfunk
war Rheinland-Pfalz Vorreiter- beim Radio mit RPR, beim Fernsehen mit
SAT.1. Die so genannten Kabelpilotprojekte in Ludwigshafen waren die
Vorgänger von SAT.1, und im gleichen Haus ist auch RPR entstanden.

Warum war ausgerechnet Rheinland-Pfalz der Wegbereiter?

Zunächst war es politisch gewollt. Vor allem die CDU drängte schon
unter Konrad Adenauer auf die Einführung von Privatfunk, da sie in
ihm einen Ausgleich zum oft roten Landesrundfunk sah. Außerdem hatten
die Rheinland-Pfälzer schon früh Kontakt zu Privatfunk: Seit 1957
erfreute sich Radio Luxemburg- das heutige RTL- bei uns großer
Beliebtheit, weil man dort Musik spielte, die man sonst nicht
hören konnte, wie zum Beispiel die Beatles oder die Stones. Und
Radio Luxemburg war vielen Politikern ein Dorn im Auge, so dass
man endlich selber die Initiative ergreifen wollte. Eine ähnliche
Entwicklung drohte dann mit dem Fernsehprogramm RTL plus, das sein
Programm seit 1984 zunächst ebenfalls aus Luxemburg ausstrahlte.

Warum hat man so lange an dem alten Zonenfunk festgehalten und keine
eigene Rundfunkanstalt eingerichtet?

Das hatte unterschiedliche Gründe, wobei sicherlich auch politische
Motive eine Rolle gespielt haben. Vor dem Krieg hatte Rheinland-Pfalz
keinen eigenen Sender. So gesehen mussten die Franzosen nach dem
Krieg eine völlig neue Struktur aufbauen. Sie haben sich dafür
entschieden, dass sie in der gesamten Zone einen einzigen Sender
einrichten. Zum einen, weil die Franzosen glaubten, sie könnten
einen Sender besser kontrollieren, und zum anderen, weil es billiger
war. Außerdem sollte der SWF zur kulturellen Identitätsbildung der
Zone beitragen. Die Deutschen haben später an dem Zonenfunk so
lange festgehalten, weil letztendlich alle beteiligten Länder
mit dem Programm zufrieden waren, so dass sie darüber hinweg
sahen, was da für ein kurioses Gebilde in Baden-Württemberg
entstanden war.

Die Politik der Besatzungsmächte hat also insgesamt die Entwicklung
des Rundfunks beeinflusst?

Der komplette Norden Deutschlands und auch Mecklenburg-Vorpommern
werden über den NDR versorgt. Nur in der Mitte findet man Radio
BREMEN, als kleine Insel. Und zwar deshalb, weil Bremen damals
von den Amerikanern besetzt war, und der Rest war britische Zone.
Daran lässt sich also erkennen, wie der deutsche Rundfunk von der
Zonenpolitik geprägt wurde.

Was hat man denn unternommen, um einen Ausgleich zu schaffen?

Das war sicherlich die Ansiedelung des ZDF in Rheinland-Pfalz,
weil das Land nie einen eigenen Standort hatte. Mainz war immer
im Gespräch als Sitz für den SWF, was aber nicht realisiert werden
konnte. Peter Altmeier, der damalige Ministerpräsident von Rheinland-
Pfalz, hat sich immer sehr für den Rundfunk eingesetzt und sich für
die Länderhoheit ausgesprochen. Es herrschte damals ein Streit
darüber, wer für den Rundfunk zuständig sein sollte. Als Ersatz
für den Standort in Baden-Baden, hat man dann das ZDF in Mainz
angesiedelt.

Die Liberalisierung des Radiomarktes in den 1980er-Jahren war
entscheidend für die Etablierung des Privatfunks. Gab es denn
auch schon frühere Versuche?

Bevor der SWF seinen Sendebetrieb aufgenommen hat, gab es für
mehrere Monate, Ende 1945, einen privaten Rundfunk in Koblenz.
Das war zur damaligen Zeit ansonsten unvorstellbar, gerade während
der Besatzungszeit. Man hatte beträchtliche Schwierigkeiten, da die
Region über sehr viele Mittelgebirge verfügte, man hatte keine
Sendeanlagen und es war alles zerbombt. Ein privater Geschäftsmann,
der eine Zeitung in Bad Ems herausgegeben hat, errichtete ein Studio-
Radio KOBLENZ. Also streng genommen, gab es den ersten privaten
Rundfunk 1945, allerdings wurde der Sendebetrieb im März 1946,
nach dem Aufbau des SWF, wieder eingestellt.

Hat sich denn das duale Rundfunksystem bewährt?

Das duale System in Rheinland-Pfalz hat sich erprobt. Man hat
inzwischen eine relativ große Auswahlmöglichkeit an privaten
Programmen, die durchaus journalistisch Wertvolles transportieren.
Der Privatfunk ist nicht nur „Dudelfunk". Auch der öffentlich-
rechtliche Rundfunk hat eine große Bandbreite zu bieten, das heißt
die beiden Bereiche ergänzen sich ganz gut und können ihren Hörern
ein anspruchvolles Programm bieten.

Wie sieht die Zukunft des Rundfunks aus?

Der Hörfunk ist gewiss ein Medium mit Zukunft. Im Gegensatz zur
Zeitung oder zum Fernsehen, ist die Konkurrenz durch neue Medien
wie zum Beispiel durch das Internet nicht so maßgeblich. Der Reiz
des Radios besteht meiner Meinung nach darin, dass der Hörer eben
nicht selbst auswählen will, sondern dass ihm eine Mischung aus
Musik, Nachrichten und Unterhaltung präsentiert wird. Das macht
das Besondere von Radio aus und ist mit Sicherheit kein Nachteil.

Quelle:
Universität Trier · Fachbereich II - Medienwissenschaft · Universitätsring · 54286 Trier (Deutschland) 
     

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Josef Theobald zu dem Thema: "Hochdeutsch in Radiosendungen"
 
Die hochdeutsche Sprache, die ihre Wurzeln in der
sächsischen Kanzleisprache hat, und während der
deutschen Klassik ihren Höhepunkt erlebte, ist
anscheinend auf dem Rückzug. Sie ist stark durch
die Dichter "Goethe und Schiller" geprägt worden.

So war es nicht verwunderlich, dass das Hochdeutsch
auch Eingang in die ersten Radioprogramme bekam. Vor
allem deutschsprachige Sendungen aus dem Ausland sind
darauf angewiesen, dass im deutschen Kulturraum gerade
diese Sprache beherrscht wird.

So erwarten deutsche Hörer eine flüssige und deutliche
Aussprache. Sie reagieren kritisch, wenn in den Sendungen
die Formulierungen etwas unelegant klingen, das eventuell
auf die Entfernung der jeweiligen Mitarbeiter vom deutschen
Sprachgebiet zurückzuführen ist.

Leider ist zu beobachten, dass in wenigen Ländern die hoch-
deutsche Sprache sich auf dem Rückzug befindet. In Deutsch-
land und Österreich gibt es nach wie vor keine Probleme.
Hier ist die Akzeptanz ungeborochen. Aber in der Schweiz
ist allerdings das Hochdeutsch auf dem Rückzug. So beo-
bachtet man, dass das Schweizerdeutsch immer mehr das
Hochdeutsch ablöst. Nur die gesprochenen Nachrichten
bleiben vorerst verschont. Alle übrigen Sendungen sind
in Schweizerdeutsch.

Doch ist hier zu bedenken, dass sich dieser Zustand in
der Zukunft zum Nachteil entwickeln kann. Es wird immer
schwieriger, die Deutschschweizer richtig zuzuordnen.
Somit entfremden sie sich gegenüber anderen deutschen
Stämmen, die sich auf Hochdeutsch als Verkehrssprache
geeinigt haben. Ein Hauptproblem wird auch im Export-
bereich liegen. Denn irgendwie muss man ja seine Er-
zeugnisse absetzen. Wenn man sich bei den deutschen
Konsumenten nicht mehr verstanden fühlt, dann wird
es hier mit der Zeit schwierig. Die Umsätze gehen
zwangsläufig zurück.

Dialekt passt dagegen gut in Gruß- und Wunschsendungen
oder in Beiträge, die die Kultur des jeweiligen Land-
stiches zum Inhalt haben. Da klingt sogar Dialekt auf
einmal sympatisch und zum Thema passend.

Deshalb verdammt der Moderator die jeweiligen Dialekte
nicht. Doch darf das Hochdeutsch als bindendes Glied
aller deutschen Stämme nicht darunter leiden.

Josef Theobald
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Anlässlich meines Beitrages vom Samstag, dem 28. 06. 2008,
über RADIO 700/RTI eine zusätzliche Soundfile von RADIO
VICTORIA vom 13. Januar 1985.

Diesmal ein Ausschnitt aus dem 6. Medienmagazin mit Bernd
Schmellenkamp und Thomas Lustig. Davor ein von ROGER KIRK
produziertes Jingle.

Der Moderator hofft, Ihr habt ein wenig Spass daran. Denn
schon damals kamen Meldungen per Telefon, die vielfach für
aktive Kurzwellenhörer von Interesse waren.

Josef Theobald

 http://weisheitsborn.easyhomespace.de/FR%20Tracks/MEDIENMAGAZIN.mp3

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Neue Soundfile > Radio Limit International

 
 
Heute hat der Moderator die FREE-RADIO-SHOW mit TOM CLAY bei RADIO LIMIT INTERNATIONAL in die Gruppe der Soundfiles aufgenommen. Laut Ansage war dies die Januarsendung für das Jahr 1987, die für die Austrahlung über RADIO DELMARE vorgesehen war.

Diese wurde ihm gegen Ende der Achtziger Jahre im Austausch gegen Aufnahmen von Privatstationen im deutsch-französischen Grenzgebiet zugespielt.

In der nächsten Zeit möchte ich auf die German Free Radio Coorporation eingehen, die anlässlich des DX-CAMPS des SWLCS in Merschweiler (Saarland) im August 1987 dort gemeinsam ein Zelt belegte und auch im Verbund dort auftrat.

So gab es rege Kontakte zwischen Süd West Radio, Radio Limit International, Radio Marabu und Radio Pogo 104. Dazu gesellte sich auch Radio California.

Zur Abgrenzung zu RADIO VICTORIA muss leider gesagt werden, dass die Sendungen hier nicht gerade durchweg professionell waren. Man gab sich hier und da wirklich Mühe. Aber die technische Ausstattung war dann nicht die allerbeste, wenn nicht im Hintergrund Personen standen, die hierbei durch Sonderkonditionen behilflich waren.
 
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Die Webseiten zum Gedenken an frühere Privatradiostationen

In diesem Beitrag werden exemplarisch drei Webseiten behandelt:

www.radio-benelux.de,

www.radio-rvn.de,

www.radio-victoria.de.

Die Webseite der legendären Radiostation in Eupen (Belgien)
mit Namen RADIO BENELUX (BNL), bei der viele Radiobegeisterte
aus Nordrhein-Westfalen mitarbeiteten, ist zur Zeit leider
wieder im Umbau. Ab der zweiten Ausgabe finden wir verstärkte
Werbeeinblendungen, die eine Webseite leider nicht attraktiver
machen. Der Webmaster Jesco Dörk schrieb mir vor ein paar Jahren
auf meinen Gästebucheintrag eine E-Mail, aus der zu ersehen war,
dass er immer noch hinter Dieter Hermans steht, der als letzter
Eigner dieser Station so für Schlagzeilen sorgte. Seit dem Hörer-
treffen von RADIO VICTORIA in Bonn im Herbst 1984 ist aber
allgemein bekannt, dass dieser zwar viel versprach, aber nur
wenig gehalten hat und schließlich eine Revolte alter Team-
kollegen riskiert hat. Als vor kurzem von wenigen Ehemaligen
versucht wurde, ein zeitlich befristetes Comeback zu starten,
war Jesco hier nicht gerade begeistert, eher ablehnend. Es
sollte aber nicht verschwiegen werden, dass hier aus dem
früheren Programm Soundfiles zum Herunterladen angeboten
werden. Bedauerlicherweise sind diese im Real-Audio-Format.

Die zweite Webseite wurde von zwei ehemaligen Hörern der
Radiostation aus Creutzwald (Lothringen) mit Namen RADIO
RVN ins Leben gerufen. In der zweiten Ausgabe ist es jetzt
möglich, mit den ehemaligen Mitarbeitern und Hörern auch
Kontakt aufzunehmen. Auch stehen hier mehr Fotos von
den Machern der Station bereit. So haben sich die ersten
Befürchtungen zerstreut, als würden Drittanbieter immer
mehr den Inhalt der Webseite bestimmen.

Die dritte Webseite ist relativ neu. Auf Initiative von
Michael Geisel ging die Gedenkseite von RADIO VICTORIA,
der in der Zeit zwischen 1983 und 1985 sendenden legendären
Kurzwellenmusikstation, ins Netz. Vor allem hervorzuheben
sind hier insbesondere die Sendetermine des noch laufenden
Comebacks der genannten Station und die Autobiografie von
ROGER KIRK, des Stationsgründers.
Josef Theobald

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17.09.08 > RADIO VICTORIA ist 25

Am Samstag, dem 17. September 1983, war der erste Sendetag von RADIO VICTORIA. Der Name ging auf einen Hit der "Kinks" aus dem Jahre 1970 zurück, der als Indikativ verwertbar und aussagekräftig erschien. Manfred Kuno entwarf als Stationslogo das lächelnde Dampfradio. Die Idee, ein solches Projekt wie RADIO VICTORIA ins Leben zu rufen, bekam bei einer fröhlichen Tafelrunde im Sommer 1983 Konturen. Man diskutierte hier über den privaten Rundfunk und war sich einig darüber, dass dieser wohl bald auch nach Deutschland
und Österreich kommen würde, wohl aber 2 - 3 Jahre Zeit brauchen oder dauern würde. Und man wolle jetzt etwas unternehmen.

Die ersten Kontakte zu einer italienischen Station bestanden zu RADIO TIME in Florenz. Denn ROGER KIRK hatte hier einen Vertrag, den "International Service" zu produzieren. ANGELO BORRA von RADIO MILANO INTERNATIONAL bekam davon Wind und fragte ebenfalls an, ob dies denn nicht auch bei seiner Station möglich sei. Er habe die Absicht, den Kurzwellensender zu vermieten und auch ausländische Programme auszustrahlen. Nach eingehenden Verhandlungen und dem vorausgehenden Monitoring wurde die Frequenz 7295 kHz ausgemacht und als Sendezeit ab 09.00 Uhr MEZ ins Auge gefasst.

Im Vorfeld reiste Manfred Kuno nach Berlin zur IFA und verteilte dort einige Flugblätter, die ersten Vorabinformationen, die je an die Öffentlichkeit gelangten.

Neben den Kosten für zu produzierende Audiocassetten entstanden hohe Portokosten für den Versand nach Italien. Doch kamen anfangs Probleme auf, da mit Packpapier verschickte Sendungen als Päckchen behandelt wurden und daher später zur Zustellung gelangten. Auch wurde RADIO TIME durch Funkamateure gestört, die mit Trägern, Morsezeichen und
Zwischenrufen reagierten. Da durch den Umzug des Senders ein TV-Umsetzer des RAI DUE gestört wurde, musste man bis auf weiteres die Kurzwellensendungen vom 1200 m hohen Berg Monte Mugello einstellen.

Auch tauchte in DX-Magazinen vor allem aus dem Raum DÜSSELDORF Kritik auf, was RADIO VICTORIA anging. Man sprach gar plötzlich von einem mittelmäßigen DJ, unterstellte vollmundige Sprüche und altbekannte Scheiben. Auch erhob man den unberechtigten Vorwurf
der Geldbettelei und betrachtete den Sendeauftritt fortan als arge Enttäuschung. Schließlich wurde man als die Schwester von RADIO CAROLINE betitelt, einem Seesender, der gerade wieder in der Nordsee on the air war.

In Milano tauchten allerdings technische Schwierigkeiten auf. Die Autoreverse-Schaltung der Kassettentonbandmaschine sorgte öfters für Überraschungen, bis sie völlig aus dem Tritt kam. Auch sorgten Gleichlaufschwankungen des Gerätes für zeitliche Abweichungen.

In der ersten Zeit musste ROGER KIRK das Programm allein moderieren. Alleinige Unterstützung erhielt er lediglich durch MICHAEL BETHGE vom WWDXC durch dessen DX-Beitrag. Denn die Kollegin MICHELLE war in den USA und PIETER CALIGULA war in Italien im Urlaub. Letzterer musste beim Einsatz mit viel Bacardi-Cola seine Nervosität überwinden, da er zwar als DJ nahtlos verschiedene Titel erfolgreich aufeinander mixen konnte, aber für die gelungene Moderation einer Sendung nicht das notwendige Geschick aufwies. Trotzdem wurde er zum Liebling vieler Hörer.

Erfolgreich war man ebenfalls, als man Werbekunden gewinnen konnte. So wurden in den MUSIC NEWS und im Schwesterblatt DESASTER die SUPER 20 kostenlos abgedruckt. Dies im Gegenzug für die Werbung in den Sendungen von RADIO VICTORIA für diese Blätter. Im Hörerfanclub gab es einen Popquiz, der als Preis auch Kurzwellenempfangsgeräte einschloss. Doch war die Zahl der Neuzugänge im Laufe der Zeit ernüchternd.

Doch konnte man sich loben, eine Alternative im Äther dazustellen. Eine andere Musikauswahl und eine entsprechende Präsentation mit notwendigen Informationen über die Kurzwelle und die aktuelle Popszene wurden charakteristisch für RADIO VICTORIA. Dazu gehörte die lockere Moderation und der hohe technische Standard.

Nun die Frage: In welchen Zusammenhang kann man den Moderator zu RADIO VICTORIA bringen?
Zum ersten versorgte der Moderator ROGER KIRK mit Informationen aus der ADDX, was veröffentlichte Informationen im KURIER betraf.

So stammte der Abdruck des Ausschnitts aus dieser Clubzeitschrift in der Ausgabe 3/84 des HFC-Fanzine, Seite 3, von ihm.

Zum zweiten war der Moderator mit einem kurzen Beitrag in der INFO SHOW SPEZIAL vom 10. 06. 1984 vertreten, als es um das sozialpolitische Thema "Behinderung" ging. Er leidet infolge eines Geburtstraumas an einer so genannten Tetraspastik, die erst seit Anfang der Neunziger Jahre weitgehend erforscht ist und zuvor viele Jahre mangels medizinischer Erkenntnisse irrtümlich als psychische Behinderung spezifiziert wurde.

Zum dritten war der Moderator mit damals noch bescheidenen Mitteln mit einer Gast-DJ-Show vertreten gewesen. Wann diese Sendung ausgestrahlt wurde, weiß er allerdings nicht mehr.

Josef Theobald
 
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Josef Theobald erinnert an die legendäre Fachzeitschrift: Kurzwelle aktuell

Die Zeitschrift KURZWELLE AKTUELL, die im kompakter Form erstmalig im Frühjahr 1977 erschien, wurde zu dieser Zeit von Hermann Jäger (1921-1993), einem damals hochgerühmten Fachjournalisten für das Gebiet des Rundfunkfernempfanges herausgegeben. Wegen der zu erwartenden begrenzten Nachfrage wurde der SOLDI Verlag in Hamburg angesprochen, dieses Heftchen in einer kleinen Auflage zu vertreiben.

Hermann Jäger, ein gebürtiger Niederhesse, arbeitete bis 1952 als Redakteur für hessische und westfälische Zeitungen, bis er als freier Fachjournalist für die TV-Zeitschrift HÖRZU des Axel Springer Verlages tätig wurde. Nebenbei arbeitete er für den Pressedienst epd - Kirche und Rundfunk, für die Zeitschrift "Funkschau", für das "World Radio TV Handbook" und für andere hier nicht genannte Tageszeitungen.

Typisch für Hermann Jäger war die rechtskonservative Haltung in politischen Fragen. Stets verteidigte er in seinen Kommentaren das freiheitliche System im Westen. Kritisch dagegen trat er auf, wenn Aktionen im kommunistischen Machtbereich unternommen wurden, um westliche Kurzwellensender zu stören oder wenn im Osten zusätzliche Sendeanlagen aufgebaut wurden, um damit die Zahl der täglichen Fremdsprachenprogramme zu erhöhen. Auch gehörte er noch zu den Leuten, die im öffentlich-rechtlichen System ihre eigentliche Heimat fanden. Denn gegenüber den neu aufkommenden privaten Medien war er zwar in Teilen positiv, aber doch in vielen Punkten kritisch eingestellt gewesen. Ihm wird heute immer noch vorgeworfen, dass er gewisse Details nur unzureichend recherchiert hat.

Josef Theobald

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Josef Theobald startet innerhalb seiner "Yahoo-Group" Geschichte Free Radio die Serie: Kuriose Meldungen aus der Rundfunkgeschichte - nachfolgend ein Auszug - weitere Meldungen lest ihr EXKLUSIV auf Joe`s Geschichte-FR!

JULI 1980

In einem Beitrag über die Krawalle Jugendlicher in Zürich Anfang Juli teilt die "Neue Züricher Zeitung" mit, dass mehrere Piratensender in der Stadt - darunter "Radio Packeis" und "Radio Banana" - während der Krawalle über UKW "Regie-Anweisungen" für die Störenfriede gesendet haben. Auch Anleitungen zur Anfertigung von sogenannten Molotow-Cocktails wurden gesendet. Da die illegalen Sender oft nur für wenige Sekunden auf Sendung sind, ist ihre Aushebung durch Peilung praktisch nicht möglich.

MAI 1981

Seit die Zahl der kommerziellen Hörfunksender der IBA in England immer größer geworden ist, muß Radio Luxemburg einen chronischen Schwund der Hörer seines englischen
Programmes in England selbst feststellen. Der Sender im Großherzogtum erwägt eine stärkere Ausrichtung der englischen Programme auf die skandinavischen Länder, da dort - vor allem in Norwegen - die Zahl der RTL- Hörer ganz erheblich zugenommen hat.

Quelle: KURZWELLE AKTUELL 

JULI 1981

Am 27. Juli nimmt in Aberdeen der 27. kommerzielle lokale
Radiosender der "IBA" seine Sendungen auf. Unter der Be-
zeichnung "North Sound" wird von 06.00 - 20.00 Uhr Orts-
zeit auf der MW 1035 kHz und der UKW 96,9 MHz gesendet.
Im Radius dieser Sender wohnen rund 300 000 Menschen.

Der Home Office der britischen Regierung erteilt der "IBA"
die Genehmigung zur Errichtung von 25 weiteren kommerziellen
lokalen Hörfunksendern. Von den bisher genehmigten 44 Sendern
dieser Art sind (Stand Ende Juli) 27 in Betrieb; die restlichen
sollen bis Ende 1982 ebenfalls in Betrieb sein. Die jetzt ge-
nehmigten weiteren 25 Sender werden ab Ende 1981 ausgeschrieben.

JANUAR 1982

In Paris arbeiten - nach einem Bericht von "Le Monde" -
zum Jahreswechsel 113 Stationen des "radio libres", Eine
Zuanhme um 87 Stationen gegenüber dem Sommer 1981.

Die Regierung von Irland kündigt ein Gesetz zur Einführung
eines lokalen Rundfunks an, um damit der wachsenden Flut der
Piratensender zu begegnen.

Quelle: KURZWELLE AKTUELL

JUNI 1982

Aus Mallorca ist zu erfahren, dass Günther Rudin, der Gründer und bisherige Leiter von "Radio Aleman" auf
Mallorca, seine Lizenz an die Vereinigung kleiner und mittlerer Tageszeitungen der Bundesrepublik verkauft
hat. Schon seit dem 1. Mai arbeitet der erwähnte Feriensender (der älteste dieser Art im Ausland, mit Gründung
durch Rudin 1964!) unter neuer Regie. Die benutzte UKW ist derzeit 103,2 MHz. Gesendet wird täglich von 10.00 -
12.00 Uhr und (außer an Sonntagen) von 18.00 - 20.00 Uhr.

DAZU PASSEND:

... letzte Meldungen

"Radio Aleman" in neuer Regie

"Radio Aleman" aus Mallorca, mit Gründung im Jahre 1964 der älteste Feriensender mit deutschem Programm im Ausland, ist seit dem 1. Mai 1982 in neuen Händen! Der "Verein zur Förderung deutscher Journalisten e.V." (eingetragen beim Amtsgericht Bonn) ist jetzt Lizenznehmer von "Radio Aleman". Der Sender arbeitet
seit dem 1. Mai in dieser neuen Regie und verantwortlicher Redakteur ist jetzt Wolfram Seiffert. Hinter dem erwähnten Bonner Verein steht der Zusammenschluß kleiner und mittlerer Tageszeitungen der Bundesrepublik. Die Gruppe will den Feriensender dazu benutzen, ab 1984 die Ausbildung von Journalisten mit den Einnahmen von "Radio Aleman" zu finanzieren. Wie ein Wirtschafts-Pressedienst ermittelte, erhofft man sich einen jährlichen Gewinn bei "Radio Aleman" von rund 10.000,-- DM, nach Abzug aller Kosten. Der Sender, der weiterhin von Werbung finanziert wird, rechnet mit Programm- und Produktionskosten von monatlich ca. 15.000,-- DM. Die Werbung für "Radio Aleman" sollen die beiden Firmen "Mediamar GmbH" in Bochum und "Food-Concept GmbH" in Wiesbaden besorgen. - "Radio Aleman" ist eine Gründung des deutschen Journalisten und Publizisten Günther Rudin, der sich nun nach fast 20 Jahren von seinem Feriensender getrennt hat. Ein Verkaufserlös wurde bisher nicht bekannt.

Quelle: KURZWELLE AKTUELL
 
  

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FMK-Anmerkung: Viele weitere nostalgische Mitschnitte findet Ihr auf Josefs Webseite innerhalb der Yahoo-Group FR- Hier der Link !
 
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Josef Theobald meldet folgende Ergänzungen auf seiner Webseite:  Yahoogroup "Geschichte-FR".
 
Zwecks Aktualisierung der Webseite der Yahoogroup "Geschichte-FR" wurden die Fotos vom FMK-Treffen in Langenselbold vom 04. 10. 2008 aufgenommen, an dem der Moderator auch anwesend war.

Außerdem wurde bei INTERNA die Mitgliedsurkunde des RADIO CANADA KURZWELLEN-CLUBS mit einbezogen, um die langjährige Tätigkeit im DX-Bereich zu dokumentieren. So war zu dieser Zeit wohl gerade die Zweisprachigkeit Kanadas ein Anziehungspunkt für mich gewesen, da ich schon relativ
früh in der Schule sowohl Französisch als auch Englisch lernte. Das sollte mir in späteren Jahren zugute kommen.

Bei der Rubrik DATEIEN wurde das Bulletin vom Sommer 1975 des genannten DX-Clubs aufgenommen, der auf der ersten Seite die damals bekanntesten DX-Clubs im deutschen Sprachraum auflistete.

Josef Theobald
 
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Ergänzungen auf Josef Theobalds Yahoogroup "Free Radio" !
 
Heute hat der Moderator einen alten Artikel von HORST GARBE über RADIO AKTIVITÄT und die Privatradioszene in Ostbelgien als Webseite aufbereitet und für eine erneute Veröffentlichung gesorgt.

Weiterhin wurde ein Artikel von ALEXANDER WIESE über die MEDIENHAUPTSTADT MÜNCHEN aufgenommen, der im Jahre 1985 in der Clubzeitschrift KURIER zur Veröffentlichung kam. Dieser Beitrag wurde vom Moderator dahingehend erweitert, indem ein Überblick über die Frequenzbelegung im UKW-Bereich im Jahre 1988 gegeben wurde. Außerdem wurde hier ein Einblick in eine vom BAYERISCHEN RUNDFUNK in Auftrag gegebene EMNID-Umfrage gestattet, die auch eine gute Übersicht in Prozentquoten bezüglich der
vorherrschenden Popularität damaliger Anbieter im Radio preisgibt.

Josef Theobald

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Jo Theobald mit folgenden Erweiterungen seiner Yahoogroup : Geschichte-FR!

Der Mitschnitt von RADIO CALIFORNIA steht nun auch als
Soundfile zum Reinhören und Download unter der Rubrik
DATEIEN bereit.

Schließlich wurde noch bei den FOTOS unter INTERNA die
Treueurkunde anlässlich der 25-jährigen Mitgliedschaft
in der ADDX e. V. vom Dezember 2004 aufgenommen.

Josef Theobald
 
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Josef Theobald startet die neue Reihe "Die Geschichte des Freien Radios - Teil 1" :

Die SITUATION IM WESTEN DEUTSCHLANDS

Bevor überhaupt von privatem Rundfunk gerade in Deutschland die Rede war, tummelten sich viele
Ätherpiraten in den verschiedenen Radiobändern.

Was wollten diese eigentlich ursprünglich?

Zum ersten wollten die ersten Radiosender den Standpunkt von Minderheitsgruppen verdeutlichen.

Zum zweiten wollte man Kritik an den bestehenden po
litischen und sozialen Verhältnissen und an den
dafür verantwortlichen Personen üben.

Zum dritten gab es bestehende Initiativgruppen, w
ie Frauen- oder Jugendgruppen, die über das
Radio ihre Ziele schneller erreichen wollten, s
o etwa für die Schaffung von Frauenhäusern
und Jugendzentren waren.

Zum vierten verstand man sich als Forum für soziale
und politische Gruppierungen, die in anderen Medien,
die sich bisher etabliert hatten, nur wenig Chancen zur Veröffentlichung ihrer Standpunkte sahen.

Zu den alternativen Programmmachern gehörten meist politisch alternative Jugendliche, die ganz allgemein
mit den bestehenden politischen Verhältnissen, mit der Art und Weise, wie in Bund, Ländern und Kommunen Politik g
emacht wurde, unzufrieden waren.

Oft treffen wir bei all diesen Konflikten in der Konsequenz a
uf "Radios von unten", die in diesen Fällen Hochkonjunktur hatten. Bestehen diese Konflikte aber nicht mehr, dann reißt die Verbindung zwischen Programmproduzenten und den Hörern vielfach wieder ab. So dient das ausgestrahlte Hörfunkprogramm
vorrangig einer relativ kleinen Gruppe, zumeist jugendlicher Zuhörer, zur Information über all das, was sich "in der Szene" so tut.

Beispiele für deutsche Radiopiraten:

- Radio Zebra, von Bremer "Informationspartisanen" gegründet,
- Radio Fledermaus, von Münsteraner Rundfunkpiraten betrieben.

Quelle: JOURNALIST, Das Deutsche Medienmagazin" 11/1981

Josef Theobald