Damit die Ladezeiten der Update-Seite nicht zu lange wird, findet ihr hier seperat sämtliche FMK-updates im FMK - Archiv ...........
28.09.08, 23.00h: FMK-Aktuell> Erkrath-Special 2008 als Podcast
Am 13. September 2008 fand in Erkrath der beliebte jährliche Radiotag statt. Radio Marabu war wieder vor Ort und führte eine Menge Interviews mit anwesenden Besuchern und Radiomachern. Das große „Erkrath Special“ wurde am 28.9.08 via 6220kHz ausgestrahlt. Moderiert wird das Programm von Marcel, Jens Bednorz und Viktor Alders. Nun steht die Sendung auch als Podcast zur Verfügung: Hier der Link ! Danke für diese Info an Reiner Palma
Norbert Schlammer im TV !
Der bekannte DXer Norbert Schlammer aus Berlin war im Fernsehen zu sehen : Hier der Link zum Beitrag in der ARD-Mediathek.
Dieser Tipp stammt von OM Karl Michael Gierich und wurde FMK dank Jörn Krieger/Medienbote weitergeleitet !!!
Radio Victoria > Roger Kirk > Biographie Teil IV>
Roger produziert für RV (1984)
Die offizielle RV-Seite wird nach den Sonderprogrammen, ab 01.10.08, (vorübergehend) pausieren.
Eines der "Highlights" auf dieser Seite war die schamlose Lebensbiographie von Roger Kirk. Die ersten drei Teile waren auf der offiziellen RV-Seite abrufbar. Hier die Fortsetzung.............
FMK-Anmerkung: FMK distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt der folgenden Zeilen.
KAPITEL 4
Nachdem ich lange bestürmt wurde, etwas Aktuelles nachzureichen – also denn:
Nach Victoria und dem tiefen Fall in die Ratlosigkeit und Leere kam mit der RPR das erste Engagement in deutschen privaten Rundfunk. Die Senderkette von Radio85-LR Linksrheinischer Rundfunk-ProRadio4-RPR war gerade gestartet. Ohne Auto dahin zu gelangen, war etwas schwierig – ein erstes Treffen mit dem damaligen Chefredakteur Dieter Mauer fand auf der Frankfurter Musikmesse statt. Ein Freund lieh mir immer dann einen Wagen, wenn ich einen Termin hatte- und so funktionierte es einigermaßen...
Dort anwesend auch MIKE HAAS, erste direkte Bekanntschaft unter den „Formatikern“ sozusagen (er kümmerte sich später um den Aufbau der Antenne Bayern) – und lange Diskussionen und ein durchaus guter Gedankenaustausch schloss sich an.
Einige Tage später in der Turmstrasse 8 in Ludwigshafen – Langes intensives Gespräch mit Mauer : „Wir bekommen hier tausende von begeisterten Briefen und Reaktionen....aber darauf gebe ich nicht soviel. Das ist immer so bei einem Neustart. Wir brauchen ein Profil....“
Wir kamen überein, zunächst einmal einige voice-over-jingles zu produzieren und das ich mich zuerst um die Abendschiene kümmern sollte.
Es sei nicht unterschlagen, das ich bei der RPR -also so „richtig im Radio“ pötzlich mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen hatte. Das größte Problem war, das alles nur mit Technikern funktionierte – als alter „Selbstfahrer“ kam man einfach nicht an das Mischpult heran. Und sie ließen auch keinen heran, denn es gab da ein schriftliches Abkommen – die Technik war eine eigene Abteilung und musste bezahlt werden.
Die ersten dicken Schweißperlen....!
Bei der Jingle-Produktion lief ich dann mal so durchs Haus und lernte einige Mannen kennen – Wolfgang Rositzka bei ProRadio4 (später rpr2, sammelte gerne morgens die Handtaschen der Damen vor seinem Bett auf, wie er sagte...) und Rainer Schauberger (später rpr2, war mal kurz mit ihm zusammen bei Antenne1 Stuttgart) aus Frankfurt. Und auch Bodo Henkel, der sich um eine Neuauflage des „Goldenen Schuss“ kümmerte – in einem separaten Studio wurde dies aufgenommen.
Und noch während ich ich bei RPR werkelte, kam die zweite Anfrage : Radio Arena aus Nürnberg – zusammen mit dem späteren Charivari auf einer Frequenz – ich sollte mich um Übergänge, eigenes Profil und Durchhörbarkeit kümmern. Nach einem Tag dort in den beeindruckenden meterdicken Mauern (Sendestudio am Dutzendteich - noch aus der NSZeit....) war die Sache eigentlich „geritzt“. Also eher Nürnberg als Ludwigshafen ?
UND DANN GING ALLES SCHIEF.
Erste Sendung an einem Samstag im Abendprogramm von RPR – hatte Platten mitgebracht und vorausgesucht und saß nun hilflos der Technik gegenüber und sollte was sagen.... Ich schwitzte Blut und Wasser und bekam keinen Ton heraus – erst nach 20 Minuten (!) krächzte ich mal irgendwas ins Mikro. Aber dann kamen erste Anrufe, der Pförtner in der Turmstrasse wunderte sich schon .... Alte Fans aus der Disco in Bad Soden (Coupe) riefen an, Freunde aus Frankfurt („wir hören dich-gib Gas!“) usw usw. Ich taute langsam auf.
Die zweite Sendung an einem Mittwoch war dann schon ganz lustig – ich hatte sogar selbst akquirierte Werbung mit eingebracht – wenn schon, denn schon. Was allerdings wiederum auf -so erfuhr ich später – auf Unmut der lokalen Sendungen von RPR (in Mainz, eigenes Studio und anteilige Sendezeit ) stieß – Rhein-Main sei ihr „Gebiet“ und ich solle da nicht „wildern“.
Tja, und die dritte (und letzte) Sendung bei RPR war dann seeeehr lusitg – zig Hörer nahm ich auf den Sender, fuhr eine Partysendung und lud zum Vorbeikommen ein... Was dann auch geschah – am fassungslosen Pförtner vorbei ergossen sich 20-30 Hörer ins nächtliche Studio, einige hatten Kartoffelsalat und Würstchen mitgebracht – eine jüngere Anruferin wollte mich unbesehen sofort heiraten, weil sie meine Stimme so gut fand.
Unglaublich....
Und dann war noch ein Anrufer in der Leitung, der von einer wilden Party berichtete und das man doch unbedingt hinkommen und einiges an „Stoff“ mitbringen sollte. Ich IDIOT gab das dann auch noch ungefiltert und nicht nachgeprüft über den Äther.....
Die nächste für Mittwoch geplante Sendung fiel dann ins Wasser.... weil ich am Montag einen Anruf erhielt : RPR hat sich bei der genannten Adresse mit einem dicken Blumenstrauß entschuldigen müssen. Weil der Mensch unter der angebenen Adresse gar nichts von einer Party wusste und nachts von einigen grölenden Menschen wachgebimmelt wurde, die im in den Teich pinkelten und seine Gartenbeet niedergetrampelt haben. Stundenlang war da Tohuwabohu in der Strasse – so vor und nach Mitternacht....
Da hatte ich einen schönen Scheiß angerichtet !
Aber ich hatte ja noch Radio Arena in Nürnberg– mit Mike Haas wahrscheinlich auf der „Gegenseite“ bei Charivari – und die „BCI“ war ja auch nicht weit....
Nur dann der zweite KO.... – Arena verzichtete auf die eigenen Sendestunden und ging als Gesellschaftergruppierung in Charivari auf. (Und ich hatte keine Lust, dann dort als nobody anzufangen und mich neu zu bewerben).
Also wieder nix. Gleich beim ersten Anlauf unrühmlich gegen eine Wand gerannt. Aber da war ja Bayern direkt in meiner Nähe – Aschaffenburg. Von den dortigen Bewerbern erschien mir die Radiosparte von „Main Echo“ am vertrauenswürdigsten – denn was sich da unter dem Oberbegriff „Primavera“ zusammenbraute, war nur der örtliche Charivari-Ableger. Dazu hatte ich keine Lust, von dem neu entwickelten „Euro-AC-Format“ hatte ich gehört und es war eben nicht meine Musik – und wenn, wollte ich da was dagegen setzen. Bevor die 91,6 auf Sendung ging, wurde viele Monate vorher bereits geprobt und gelernt und aufgebaut.... und es gab ein Hauen und Stechen um Sendezeiten und Anteile – mit beteiligt waren anfänglich ein „Radio A“ aus Elsenfeld (Verleger Philipp mit einem eigenen Werbeheftchen – ging in Primavera auf), Radio Gong „aus der Ferne“, das Main-Echo hatte zwei Bewerber am Start „Bote vom Untermain“ für die südlichere Gegend um Miltenberg und „Welle Untermain“ für Aschaffenburg/Alzenau und die Vereinigung „Mittelstand“ (später Radio „Ara“). Irgendwie kam man nicht unter ein Dach und auch der Versuch, mit Gong und Mittelstand da 70-80% der Sendezeit zu bekommen, scheiterte. Es waren eben die üblichen Planspiele wie auch anderorten...
Mitte 1987 ging es dann endlich los. „Welle Untermain“ als Ableger der örtlichen Zeitung hatte nur 33% der Sendezeit bekommen (mehr war auch nach den Vorgaben der BLM nicht möglich, um Wettbewerb zuzulassen), Radio ARA hatte sich für ein eigenes Studio
und Sendezeit entscheiden (10-11 Uhr, 12h30-13h30,17-18h !) und aus Radio A und Primavera wurde einheitlich „Primavera“. Vorausgegangen war ein Musikarchivaufbau – noch ohne Musikcomputer (die gab es noch nicht!) , Schulung der Moderatoren, Voranfertigung von Beiträgen, Beibringen der Selbstfahrertechnik usw usw. Einige von den Leuten, mit denen ich bei der Welle Untermain war, haben es weiter gebracht : Axel Mugler, Stimme der ersten Stunde und später mal kurz am „radio ko(h)libri“-Projekt 1996/1997 mit beteiligt, arbeitet für das hessische Fernsehen. Volker Schaeffer, immer schon kulturlastig, war lange zeit bei hr2, jetzt WDR5. Uwe Fischer, Nachfolger als Musikredakteur, hat heute eigene Musikproduktionen am laufen. Geschult, aufgebaut und beigebracht habe ich aber vieles dem CARLO KÖCHEL, der lange Zeit Moderator und später Programmchef bei Radio Regional in Heilbronn war (jetzt irgendwo in der Werbebranche verschwunden). Das ich ein „Format“ bei Welle Untermain gefahren habe, wäre eine Übertreibung. Aber ich habe – mit einem entsprechenden Deutsch- und Oldiesanteil versucht, soviel wie möglich an lebendiger Musik aus den jeweiligen Sendestunden herauszuholen. Alles war „handpicked“, nachdem man sich von den verfügbaren Titeln darauf geeinigt hatte, welche in welches Format gehören). Und auf jedem Cover farbige Aufkleber, gelb für current, grün für Oldie, weiß für „neu“ usw usw.... mit handschriftlichem Vermerk über Länge des Titels und „ramp“-Zeit. Eine monatelange Abhörerei mit der Stoppuhr....
Welle Untermain von mir also deutlich auf „durchhörbar-flott“ einjustiert und mit einem eigenen wöchentlichem „powerplay“ (Hit der Woche) versehen - es wurde „draußen auf der Strasse“ auch allgemein anerkannt und gehört... Meine Handschrift war schon deutlich. Unter den powerplays dann Sachen wie „Wild horses“ von Gino Vanelli (der erste powerplay bei Sendestart) oder „When Smokey sings“ von ABC.....
Ich lebte auf, fast wäre ich in Aschaffenburg hängen geblieben. Wieder mal ein bezauberndes Mädel kennen gelernt – Stefanie R. Arbeitete bei einer Bank und wollte zum Flughafen. Eine Traumfrau, hübsch, intelligent, resolut („die Schuhe ziehst du jetzt an!“). Mit hr englisch geübt für die Aufnahmeprüfung und und und. Uns kannte jeder, denn meine Stimme war – das darf ich ungestraft behaupten- die bekannteste und beliebteste im Äther. Egal, wo ich hinkam, freundliche Begrüßung. In und um Aschaffenburg war ich über Nacht schon ein kleiner „Superstar“.
Ich kümmerte mich besonders dann auch noch um die Wochenend-Reisesendung und den Sport, der meist mittendrin -um 17h- aufhören musste. Da spielten die meisten eben noch auf dem Platz. Trotzdem war „Anpfiff“ recht erfolgreich und die Sportredaktion dankte es mir, das ich die Sendung ganz gezielt mit kurzen Oldies flott machte und Platz machte für viele Wortbeiträge. Wolfgang Staab, der Leiter der Sportredaktion, ist heute ein hohes Tier bei der Jugendförderung des DFB.
Da, wo einst das Studio der Welle Untermain war, steht heute das „Kinopolis“. Gegenüber die „City-Galerie“ (Einkaufszentrum). Die hat drei Monate nach Sendestart dann eine Umfrage in Auftrag gegeben, was den Hörern zu 91.6 einfällt. 91,6 (die Frequenz) – so war unter den drei Anbietern vereinbart worden, sollte gemeinsame Kennung sein, mit dem Stationsnamen im Anhang. Nicht alle hielten sich daran. Aus dem Blickwinkel der Abgrenzung und der Durchsetzung des Namens kam es wochenlang zu „hier im xyzStudio ihr xyz-Moderator, die xyz-Zeit ist ...Uhr,“ Und es gab die xyz-Nachrichten, das zyx-Wetter, das xyz-Land (für das man sendete). Mitgezählt bis zu 26x in einer einzigen Sendestunde fiel der Name „Primavera“ und wurde den Hörern so eingehämmert, das von vielen unwissenden Hörern alles als dieser Sender gedeutet wurde.Kein Wunder, das bei dieser Umfrage „Primavera“ dann zuerst genannt wurde – so um die 80% aller Befragten. Und, das machte mich besonders stolz, auf dem zweiten Platz dann mein Name (so um die 67%) ! Wow, DAS war doch was....
Aber die Krise kam hintenrum. Gegenwehr aus dem eigenen Hause, denn die „Zeitung“ war dagegen, ein so teures Radio zu betreiben. Man gab an Personal und allem Drum und Dran 1 DM aus, um 50 Pfennig an Werbung wieder einzunehmen – und Werbung war schwer genug bei gleich drei Konkurrenten um den gleichen neuen „Kuchen“. Der erste Programmchef, Thomas Volk (später in Freiburg wieder getroffen), musste gehen. Später auch Moderator Lambert Liesenberg (dito, heute eine eigene Werbeagentur in Stuttgart) auch. Und der erzählte mir was von einem „Radio Drops“ und anderen Sendern aus dem Elsass, die ungeahnte Möglichkeiten boten, den deutschen Markt von französischer Seite her zu knacken – obwohl alles noch irgendwie, irgendwo „mehr Pirat als legal“.
Für die Welle Untermain stellte ich auch Berechnungen wegen einer besseren Frequenz an – die 91,6 kam -durch Reflektion- zwar wunderbar im Vordertaunus mit Ortsqualität an (alte Fans aus Victoriazeiten wie DXer Norbert Marschang hörten da regelmässig zu) und war mitten in Frankfurt auch noch gut aufzunehmen – nur reichte die 100-Watt-Funzel eben nicht. Berechnet wurden -und vorgeschlagen- die 90,8, 99,4 und 100,8 – und alle von der BLM abgelehnt ! „Geht technisch nicht durch“, auch eine Sendeleistungserhöhung auf der 91,6 war nicht möglich. Witzigerweise wurden genau diese Frequenzen dann JAHRE SPÄTER für das einzig übrig gebliebene „Radio Primavera“ in Betrieb genommen. Und sind es noch....
Ich war heftig am Nachdenken, und dann kam der Moment, wo ich mich zu entscheiden hatte – entweder ich hätte die Führung der Welle Untermain übernommen – oder ich hätte kündigen müssen. Ich entschloss mich zu keinem von beiden, sondern wartete eine Kündigung im gegenseitigem Einvernehmen samt Abfindung ab. Und machte mir zunächst keine größeren Gedanken, denn ich war wieder mobil – ein weißer Toyota Celica Supra stand jetzt „vor der Tür“ - so ein heißes Geschoss mit Schlaf-Klappaugen und einem ordentlichen Bums unter der Haube. Und ich hatte was übrig behalten. Ende 1988 war also Schluss mit der Welle Untermain, aber ich blieb in Aschaffenburg wohnen – direkt über dem legendären „Klimperkasten“ der Gebrüder Berninger, die die lokale Szene mit Konzerten beglückten (heute: Colos-Saal nebenan. Freund Günther Berninger ist Ende 2007 leider plötzlich verstorben). Und wartete – die Zeitung war mit 1% auch an Radio Ton in Bad Mergentheim beteiligt, und dort, so öffnete man mir die Türen, sollte ich hin. Ein wesentlich größerer Sender, wenn er mal senden würde : Und vielleicht auch noch in Aschaffenburg hörbar - Mindestens zwei oder drei Frequenzen, und mit 20/25 KW im Schnitt.
Ich hatte meine Freundin Stefanie und die Wohnung und wartete und ließ es mir erst mal gut gehen, es war noch genug Geld vorhanden. Die Zeit nutzte ich, um an einer eigenen Broschüre zu tippen „MUSIKFORMATE – was ist das“. Gedruckt bei meinem alten Freund Michael Bethge, der in Neu-Isenburg bei einem Kleinverlag arbeitete, von mir per Schreibmaschine auf A4-Papier gebracht und verkleinert, so wie einst das Free-Radio-Fanzine .... Die Broschüre erregte Aufmerksamkeit, denn hier erklärte erstmals ein Insider, was AC,Hot-AC,UC,AOR,MOR ist - anhand praktischer Beispiele. Wie ich viel später gehört habe, war diese Broschüre dann beim WDR und in Hamburger Kreisen (OK-Radio usw) heftigst im Umlauf....Ich selber besitze leider kein einziges Exemplar mehr.Und ich plante für Radio Ton..... Meterlange Listen mit Scheiben für das Musikarchiv, ich machte eine Analyse über die Zusammensetzung der Bevölkerung im Taubertal und im „Sibirien“, dem badischen Norden zwischen Wertheim, Buchen-Walldürn und Tauberbischofsheim. Zu tun hatte ich genug, um einem Radio Ton einen schnellstmöglichen Start zu ermöglichen. Dort mit daran beteiligt die örtliche „Vereinigung Mittelstand“ um einen Wolfgang Vosseler herum, mit dem ich mich -bezeichnend- im „Hotel Victoria“ in Bad Mergentheim traf, um die Sache zu besprechen. (Vosseler war 20 Jahre später verantwortlich für „Radio Wilantis“, das Wissenschaftsradio). Dann kam mal eine Einladung zur Vorstellung als Programmdirektor : Ich fuhr zwar auch hin (wollte aber der Musikchef und beratende Formatiker werden) – und hier zeigte sich, wer da alles an dem neuen Radio beteiligt war. Auch die „Medien-Union“ aus Ludwigshafen, verantwortlich für die RPR.... So traf man sich wieder.
Aber alles blieb in der Luft hängen. Ich hatte meine Listen wohl umsonst gemacht, es tat sich monatelang nichts. Kein Starttermin, wohl Probleme hinter den Kulissen.... Ich machte mir langsam Sorgen, denn eine Bezahlung von Radio Ton für die Vorarbeiten gab es nicht.
Dann hörte ich, das die alten Welle-Untermain-Mannen Volk & Liesenberg „unten in Freiburg“ zugange waren. Ich also telefoniert und dann einfach nach Freiburg gefahren, zu Schwarzwald Radio. Der Tag, als FJS, Franz-Josef Strauss, starb, war mein erster bei Schwarzwald Radio. Werde ich nie vergessen, und es machte mir gleich klar, das der Freiburger Sender da unter der Führung von Investoren aus dem bayerischem Raum stand..... Bis auf die örtliche Zeitung (wo der Sänger der Yankees arbeitete – Hit „Halbstark“ 1964- hatte ich mal zum Interview da) waren aus der „Region“ nur einige kleinere Unternehmen und der ADAC Südbaden mit im Boot.
Ich hatte eine Sysiphos-Arbeit vor mir – ein gewisser Bernd Schumacher (vorher mal bei „Radio Andernach“ als einzige Stufe der Vorkenntnisse gewesen, später „Radio Ladies First“ - hatte für die Musik gesorgt. Dort stand ein freundlicher Mensch mit einer riesigen Plattenkiste (Material aus einer leergeräumten Discothek) und gab eine ziemlich unpassende Musik handverlesen ins Programm. Da liefen Maxis im Morgenprogramm, dreimal weiblich gesungene Titel hintereinander, es rockte und knackte zur Kirchensendung und mehr.... ein einziger Graus ohne Sinn und Plan.
Ich redete also mit Geschäftsführer Wulf Benning und dessen „rechte Hand“ Patrick Bohn, der sich um die Promotion rund um den Sender kümmerte. Aufgabe : Ein eigenes Musikarchiv aufbauen, dem Sender ein Format verpassen, die Zahlen zur nächsten Medienanalyse (MA) erhöhen. Und das alles im VERBORGENEN, denn man wollte nicht riskieren, plötzlich ohne Musik dazustehen, wenn es publik wurde. Offiziell wurde ich als „Moderator“ eingestellt und fuhr eben alle möglichen Sendungen – und wurde recht bald wieder „bekannt“ und „beliebt“.
Ich traf – welche Überraschung- HORST GARBE aus Victoria-Tagen wieder .... über den man sich wilde Sachen erzählte. Er konnte blind Pepsi von Coca unterschieden und war jedes Wochenende in irgendwelchen Höhlen im Elsass unterwegs und schaute nach den Sternen oder sonst was. Unser Verhältnis war -wie bereits erwähnt- damals etwas unterkühlt.
Und dann war da die Redaktion/das Moderatorenteam. Geführt von einem Rainer-Maria Schroedter, mit dem mich später eine gewisse Freundschaft verband und der sofort mein Talent entdeckte, sowie Elvira Kronast (seine spätere Frau, später bei Radio Ton und Ruhrwelle Bochum), deren Art der Redaktionsleitung von Teilen der Redaktion angefeindet wurde – also mittenrein in ein Wespennetz geraten....
Ich also Radio Ton, die immer noch nicht sendeten, abgehakt und die Ärmel in Freiburg hochgekrempelt. Studentenstadt, ziemlich „grün“ eingestellt und immer warm. Aber nirgends eine Wohnung zu bekommen – ich wohnte in einer kleinen, netten Pension draussen im Ortsteil Kappel. Nette Stadt, hat mir sehr gefallen, auch wenn ich am ersten Tag gleich mit dem Vorderrad meines Flitzers in einen Abwasserkanal geriet, die es dort entlang der Bürgersteige überall gibt....
Also Ärmel hochgekrempelt..... die ersten (!) Musikcomputer tauchten auf... aus der Schweiz kamen ein gewisser Hofer und sein Kollege von der Firma THT / BSS mit einem solchen Gerät. Innerlich war ich GEGEN Computer eingestellt, denn ich wusste, das jeder (fähige !) Musikredakteur einem solchen doch bei weitem überlegen war. Aber dann fand ich doch Gefallen an dem Ding, nachdem ich nach einem ersten Test die Mängel festgestellt hatte. Ich entschloss mich, wenn Computer, dann nach „meinen Vorstellungen und Vorgaben“.
Rückblickend lässt sich sagen, wir brachten das Ding gemeinsam ins Laufen (und DIESER Musikcomputer ist auch heute noch anderen Modellen WEIT ÜBERLEGEN, sorgt er doch für Musikfluss und hörbare Zusammenstellungen !).
Von mir gab es Vorgaben wie eine Tempi-Bewertung, ein Zugriff auf den jeweiligen Plattenbestand war nur in +1/-1 (oder gleichbleibend)-Sprüngen erlaubt. Zusätzlich führte ich Tag für Tag (also auch Sa/So) Stundensperren ein, wo der Titel erst gar nicht vorgeschlagen wurde. Plus männlich/weiblich (schloß sich meist gegenseitig aus) und melodisch/rhythmisch. Zusätzlich eine Sprachkennzeichung (fr/engl/span/instrumental) und mehr dieser Feinheiten. Damit gelang es mir, die Musik stundengenau (vormittags andere Musik als morgens) zu steuern und einen wohl hörbaren „Fluss“ mit Übergängen hinein zu bringen. Dies zusammen mit der Musikuhr (Anzahl welcher Titel aus welchem Untergenre in einer Stunde) machet das Ding auch zu meinem Erstaunen fast perfekt. (Ein Lauf unter „Vollast“ mehrere Tage hintereinander Anfang 1991 bewies die Qualitäten DIESES Musikcomputers – heute noch anderen Systemen weit überlegen !).
Es waren also MEINE IDEEN, wir machten sozusagen weltweit Pionierarbeit, denn überall arbeitete man noch mit handverlesenen Platten und hatte von Computern gerade mal „was gehört“. Nicht vergessen : Es war Ende 1988 !!!!!!!!!
Zum Programmieren war ich natürlich zu blöd, ich hatte noch nie was Computern gehört. Mächtig viel geholfen hatte mir damals URS MANSMANN, eine Koryphäe für Amiga, IBM und Windows (das erste, schlimme Windows vom Gates damals....), der heute beim c´t-Magazin arbeitet.
Also wochenlanges Arbeiten im Verborgenen – neben der Moderation. Im Sender selbst durfte niemand etwas offiziell wissen : Ich fuhr oft in das leerstehende ADAC-Gebäude am Stadtrand (eigener Schlüssel,. Zugang und so...) und baute dort das Muskkarchiv auf.
Plattenkauf bei WOM und Saturn-Hansa in Frankfurt, ellenlange Bestell-Listen, alles ins Auto gepackt, von Schallplatten-Spezialversandhäusern Raritäten nachgekauft, Raritäten aus den USA, Holland und England bestellt – Riesenarbeit. Zehn Aushilfskräfte waren mit Stoppuhr am Erfassen, ich tippte alles in den Computer ein....
Tag X rückte näher .... Wir überlegten uns eine Werbeaktion im Äther, und pünktlich zwei Wochen vor der MA (Medienanalyse) sollte Montag morgen ab 5 Uhr dann „mein“ Programm laufen.
Mit Wochenende war nix .... der Computer war abgestürzt und ich musste das ganze Wochenende mir um die Ohren hauen und per Hand und Gedächtnis die Musiklisten für die nächsten Tage erstellen – mindestens vier Tage musste ich so überbrücken. Habe Blut und Wasser geschwitzt.
Aber der Erfolg war mit mir .... von 98.000 Hörern auf 134.000 Hörer hochgeschraubt (letzte 14 Tage). GF Benning schüttelte mir die Hand, fast hätte er mich geküsst. Vertrag um ein halbes Jahr verlängert, er wollte „mein Genie“ in diesen Computer laden. Ich machte ihm klar, das die „currents“ ständig ausgewechselt werden müssten – und die Neuerscheinungen auch von irgendjemanden erfasst werden sollten (und richtig bewertet !). Also darüber hinaus Beratervertrag...
In „meine“ Zeit bei Schwarzwald Radio fielen dann auch -mal wieder- powerplays wie „Das Omen“ (Mysterious Art), „No more boleros“ (Gerard Joling), „Hey Matthew“ von Karel Fialka oder „If only I could“ von Sydney Youngblood.
Und discomässig war ich plötzlich auch wieder „in“ - machte nebenbei Programm in der nahegelegenen Kultdisco „Atlantis“. Mächtig viel Leute drängelten sich, um mal den „Kirk“ zu sehen und zu hören. Eine Wohltat, auch mal „gefeiert“ zu werden.... auch der alte Freund Frank Leonhardt, der jetzt in Offenburg stundenweise einen eigenen Sender hatte, ließ sich blicken.
Hinter den Kulissen ging es dann hoch her – Thomas Volk, Elvira Kronast und dann schließlich auch Rainer Maria Schroedter (einem fähigen Nachrichtenmann und Journalist) hatte man irgendwie geschasst – die Praktikantenriege löste sich auf (Martin Busch ging zunächst zu radio NRW, heute ist er wohl bei Radio Dortmund. Rolf Kuhlmann ist heute bei Radio Essen, Uli Blöing macht Fernsehen beim NDR Hamburg). Ein fähiger, lustiger Kollege sei noch genannt, der mit mir in der Musikredaktion arbeitete : Lothar Engel, ein begnadeter Moderator aus irgendwo im Saarland. Hat immer rumgealbert in seinen Moderationen, hatte aber auch eine gewisse Narrenfreiheit.
Meine Zeit in Freiburg ging zu Ende.... auf zu neuen Ufern. Die Rede war von einer Privatradiokette entlang des Rheingrabens in deutsch-französischer Moderation –sozusagen ein „EU-Projekt“. Schroedter war da dran und ich berechnete -mal wiedermögliche Frequenzen, um auf beiden Seiten des Rheingrabens gehört zu werden.
Aus dem Projekt wurde aber nichts....
Ich holte als meinen „Nachfolger“ den Musikmann von Radio Charivari in Würzburg nach Frankfurt, weil ich zu ihm wegen des Formats das meiste Zutrauen hatte. Ein gewisser Jeff mit holländischem Nachnamen, was ihn mir auf den ersten Blick vertrauenswürdig machte.
Das er sich dann aber als erstes MEINE Zahlen ans eigene Bein band, war dann doch eher unschön.
Mit Schwarzwald Radio also mal gezeigt, was ne Harke ist. Dafür war meine Freundschaft mit Stefanie aus Aschaffenburg zerbrochen – immer nur jedes zweite Wochenende dort gewesen, alles schlief ein oder ging wegen übermäßiger Arbeit einfach zugrunde.
Scheiße. Wieder eine Klassefrau verloren.
Ich schaute mich nach neuen Aufgaben um....
Wie es in den 90ern dann weiter geht, im Kapitel -5-.
Und solange vielleicht mal einen Blick auf www.radiodimension.de werfen .....
Roger Kirk - DER Macher von Radio Victoria im Jahre 1984
26.09.08, 17.00h: FMK-Linktipps > Mario Leuenberg hat sich für FMK bei Youtube umgesehen, und folgende Raritäten gefunden:
DT64 geht auf Mittelwelle - Bericht von Fernsehen Aus Berlin
Retroperspektive > Josef Theobald startet innerhalb seiner "Yahoo-Group" Geschichte Free Radio die Serie: Kuriose Meldungen aus der Rundfunkgeschichte - nachfolgend ein Auszug - weitere Meldungen lest ihr EXKLUSIV auf Joe`s Geschichte-FR!
JULI 1980
In einem Beitrag über die Krawalle Jugendlicher in Zürich Anfang Juli teilt die "Neue Züricher Zeitung" mit, dass mehrere Piratensender in der Stadt - darunter "Radio Packeis" und "Radio Banana" - während der Krawalle über UKW "Regie-Anweisungen" für die Störenfriede gesendet haben. Auch Anleitungen zur Anfertigung von sogenannten Molotow-Cocktails wurden gesendet. Da die illegalen Sender oft nur für wenige Sekunden auf Sendung sind, ist ihre Aushebung durch Peilung praktisch nicht möglich.
MAI 1981
Seit die Zahl der kommerziellen Hörfunksender der IBA in England immer größer geworden ist, muß Radio Luxemburg einen chronischen Schwund der Hörer seines englischen Programmes in England selbst feststellen. Der Sender im Großherzogtum erwägt eine stärkere Ausrichtung der englischen Programme auf die skandinavischen Länder, da dort - vor allem in Norwegen - die Zahl der RTL- Hörer ganz erheblich zugenommen hat.
Josef Theobald erinnert an die legendäre Fachzeitschrift: Kurzwelle aktuell
Die Zeitschrift KURZWELLE AKTUELL, die im kompakter Form erstmalig im Frühjahr 1977 erschien, wurde zu dieser Zeit von Hermann Jäger (1921-1993), einem damals hochgerühmten Fachjournalisten für das Gebiet des Rundfunkfernempfanges herausgegeben. Wegen der zu erwartenden begrenzten Nachfrage wurde der SOLDI Verlag in Hamburg angesprochen, dieses Heftchen in einer kleinen Auflage zu vertreiben.
Hermann Jäger, ein gebürtiger Niederhesse, arbeitete bis 1952 als Redakteur für hessische und westfälische Zeitungen, bis er als freier Fachjournalist für die TV-Zeitschrift HÖRZU des Axel Springer Verlages tätig wurde. Nebenbei arbeitete er für den Pressedienst epd - Kirche und Rundfunk, für die Zeitschrift "Funkschau", für das "World Radio TV Handbook" und für andere hier nicht genannte Tageszeitungen.
Typisch für Hermann Jäger war die rechtskonservative Haltung in politischen Fragen. Stets verteidigte er in seinen Kommentaren das freiheitliche System im Westen. Kritisch dagegen trat er auf, wenn Aktionen im kommunistischen Machtbereich unternommen wurden, um westliche Kurzwellensender zu stören oder wenn im Osten zusätzliche Sendeanlagen aufgebaut wurden, um damit die Zahl der täglichen Fremdsprachenprogramme zu erhöhen. Auch gehörte er noch zu den Leuten, die im öffentlich-rechtlichen System ihre eigentliche Heimat fanden. Denn gegenüber den neu aufkommenden privaten Medien war er zwar in Teilen positiv, aber doch in vielen Punkten kritisch eingestellt gewesen. Ihm wird heute immer noch vorgeworfen, dass er gewisse Details nur unzureichend recherchiert hat.
Josef Theobald
24.09.08, 18.00h: Personalien/Tipps > Stefan Kramer>
Stefan Kramer - der Name steht für Freies Radio, geniale Jingles und spontane Moderation - Im FMK-Portrait / September 2008 - zuvor eine gelungene Definition von "Onkel Patrick", wie Freies Radio klingen muss..... http://fmkompakt.de/patricks%20FR.mp3
Kramer´s memories
Für Radio habe ich mich eigentlich schon immer interessiert. Ich erinnere mich daran, daß ich schon mit neun oder zehn Jahren Rundfunkmoderator gespielt habe - dazu benutzte ich einen alten Cassettenrecorder als Verstärker, an den ich ein billiges Mikrofon angeschlossen hatte. Da der Recorder zwei Eingänge hatte, konnte ich auch Musik darüber laufen lassen - dazu mußte ich dann natürlich jedesmal umschalten. Ich habe immer versucht, ganz schnell umzuschalten, damit man den Schalteffekt nicht so deutlich hörte.
Als Hörer pendelte ich damals zwischen RTL, WDR 2 und Europawelle Saar hin und her und versuchte wohl auch, deren Programm zu imitieren. So richtig begeistert war ich von dem Programm nicht, aber ich wußte ja nicht, daß es auch etwas besseres geben konnte. Bis ich dann im Mai 1983 auf meiner Skala einen neuen Sender entdeckte, der um ein Vielfaches interessanter war: Das aus Ostbelgien sendende Radio Benelux (BNL).
Was ich damals nicht wußte: Es waren keine Belgier, sondern deutsche Radiofreaks, die eine Gesetzeslücke nutzten, um vom höchsten Punkt Belgiens aus Westdeutschland mit einem Super-Programm zu versorgen. Die Sendungen waren ganz anders als das, was man bis dahin kannte: Locker, spontan, witzig und gewissermaßen "menschlich" (d.h. man fühlte sich als Hörer persönlich angesprochen und merkte, daß da keine Sprechmaschine am Mikrofon saß, die lediglich Texte vorlas - egal ob einer hinhörte oder nicht). Ich wurde ein treuer Hörer und Fan und konnte über den miesen Programmstandard (zumindest im Unterhaltungsbereich) der offiziellen Sender nur noch lachen! Durch die "Radioshow" (ein Magazin, das sich speziell mit Freiem Radio beschäftigte) lernte ich auch eine ganze Menge über Seesender, Jingles, Landpiraten und dergleichen mehr. Mit einer besseren Antenne konnte ich dann auch viele flämische Sender empfangen: So geheimnisvolle Stationen wie Radio Atlantis, Radio Noordzee, Radio Venus und Radio Royaal tauchten nun auf meiner Radioskala auf - oft mit ausgesprochen professionellen & gutgemachten Programmen.
Für meine eigenen Aktivitäten waren jetzt diese freien Sender zum Vorbild geworden. Ich hatte mir inzwischen ein kleines Mischpult zugelegt und "produzierte" Jingles und Sendungen. Damals war ich 12 und hatte natürlich kaum technische Möglichkeiten. Not macht erfinderisch: Ich nahm meine ersten "Jingles" im Keller auf, weil es da so schön hallte. Ich wollte ja irgendwie auch diese Effekte hinbekommen, die mich bei BNL so begeisterten. "Gesendet" wurde jetzt nicht mehr über die Schallwellen, sondern über ein kleines Walkie-Talkie (wohl kaum zur Freude der CB-Funker). Später hatten wir (ein Schulfreund und ich) sogar einen kleinen Sender organisiert: Ein UKW-Mikrofon mit 100 Meter Reichweite.
Die technische Seite hat mich dabei nie sonderlich interessiert, mir ging es immer um das Programm, um die Stimmung, die Bilder, die man im Radio erzeugen kann!
Als sich meine Studiotechnik etwas verbessert hatte, bewarb ich mich bei einer zweiten deutschsprachigen Station aus Ostbelgien: Henri Radio aus Henri-Chappelle. Das war Ende 1985, BNL existierte leider nicht mehr. Es war für mich eigentlich fast eine Überraschung, daß ich dort angenommen wurde, immerhin war ich gerade erst 14 Jahre alt (was ich damals verschwiegen hatte) und produzierte die Programme in meinem "Studio Spartanico" auf einem ganz billigen Recorder. Es war schön, mit so guten Leuten wie u.a. Johnny Best und Paul Huber (Johnny O´Brian) zusammenarbeiten zu dürfen. Ich machte eine wöchentliche Sendung, die 1987 auch im Nachtprogramm von RTI Radio Telstar Int´l wiederholt wurde. Beide Sender verstummten leider im Spätsommer 1987, was nicht zuletzt einigen konkurrierenden Sendern zu verdanken ist. In der Zwischenzeit war Werbung erlaubt (zu BNL-Zeiten noch verboten) und das änderte natürlich auch die Radioszene!
Ich landete nun bei meinem ersten Piratensender: Der FM-Pirat Radio 48 aus Stade. Eine entsprechende Kleinanzeige im PIN- Magazine hatte mich darauf gebracht, mich dort zu bewerben. Meine "Stefan Kramer-Show" lief dort etwa ein Jahr lang. Zwischenzeitlich gab ich auch meinen Einstand auf der Kurzwelle, bei Starfleet Radio (1988). Starfleet´s OP Norman Walker hatte mich bei Radio 48 gehört und deshalb Kontakt mit mir aufgenommen. Bisher war mir die Kurzwelle mit ihrem Gepfeife und Gequietsche eher suspekt gewesen, aber vor allem durch die Berichterstattung des PIN-Magazines über Sender wie Radio Galaxy und FRS Holland regte sich mein Interesse. Beide Sender waren bei mir in guter Qualität, fast ohne Fading zu hören. Ende 1988 machte ich einen Abstecher zum legalen Privatfunk. Bei einem kleinen Lokalsender in Baden-Württemberg waren auch viele Leute aus der Free Radio-Szene zugange und so wurde ich auch gefragt. Neben dem Honorar (zum ersten Mal nicht ehrenamtlich) war es vor allem auch die Aussicht, bei einem professionellen Sender mitzuarbeiten, die mich verlockte. Viele professionelle Leute waren dabei, z.B. Stephan Kaiser und Patrick Lynen, beide übrigens Ex-BNL´er.
Ich moderierte jeden Samstag Abend die Stefan Kramer-Show, in den Ferien (hauptberuflich war ich ja noch Schüler) auch manchmal die tägliche Mittagsschiene. Es war ja nicht 100%ig mein Programmstil, denn mein Herz hing eher am Free Radio, aber es hat Spaß gemacht und ich habe sicher viel gelernt. Bis zum Ende im Jahr 1992 war ich - mit Unterbrechungen - dabei. Dazwischen zog es mich aber auch wieder zu den Piraten: Ich übernahm den deutschen Service beim „Free Radio Service Holland" - zuerst abwechselnd mit Johnny Best (JB), danach alleine. Zwischenzeitlich war ich auch bei Radio 101 zu hören, hauptsächlich im FM- Programm (Q-101, Aachen), und bei einigen ostbelgischen Stationen (Power FM, R. Euro). Auch über Satellit war ich mal zu hören, nämlich über das norwegische Radio Nordsee. 1992 kam ich zu Radio Skyline, aus dem später City FM wurde.
Nach dem Closedown von City FM habe ich eine ganze Zeit lang nicht mehr moderiert. Aktiv war ich trotzdem. Mit Artikeln in Fachzeitschriften über Rundfunk und Medienpolitik, mit diversen CD-Compilations sowie mit Jingleproduktionen. Vor allem in letzterem Bereich versuchte ich, meine Fähigkeiten auszubauen und begann ab 2003, für einige Jinglefirmen in den USA und in den Niederlanden zu arbeiten, vornehmlich als Sounddesigner, d.h. ich verdiente mir mit der Produktion von elektronischen Effekten (wie Drones, Noises, Sweepers, Lazers etc.) ein paar Brötchen zusätzlich. Meine Fx wurden dann auf sog. Production-Libraries, welche von Radiosendern aus aller Welt abonniert werden, veröffentlicht. Eine schöne Sache, dass meine Sounds nun plötzlich auf Sendern zu hören waren, die ich schon in frühester Jugend immer mit Begeisterung gehört habe, wie z.B. WPLJ in New York.
Abgesehen von meinen Werbespotproduktionen für RTO in Offenburg war das dann das erste Mal, dass ich auch für meine Produktionen Geld bekam. Für verschiedene Internetradios und einen belgischen Radiosender produzierte ich das On-Air-Design.
Internet und andere Interessen traten mehr in den Vordergrund, nicht zuletzt auch die Frauen, wie das so üblich ist, und hielten mich fern vom Radio-Mikrofon, welches in der Zwischenzeit übrigens auch das Zeitliche gesegnet hatte. Bis ich dann 2007 den Plan faßte, in die Radioszene zurückzukehren. Zusammen mit Helmut Peters von BNL wurde der Plan ausgeheckt, man könnte doch mal wieder von Belgien aus senden. History repeats itself...
Im Mai 2008, exact 25 Jahre nach dem Ausscheiden von Helmut Peters aus dem BNL-Projekt, wurde dieser Traum tatsächlich wieder real, mit dem Sender REAL FM, welcher dann bis Ende Juni 2008 in NRW auf 99 Mhz zu hören war. Vornehmlich hatte dieser Sender ein HipHop-Format, aber am Wochenende waren dann auch einige Sendungen im alten Stil zu hören, so z.B. wieder die legendäre Party mit Onkel Patrick und Helmut Peters.
Auf RFM gab es dann wieder, wie früher, jeden Samstagabend die Stefan Kramer-Show, mit seltenen Dance-Classics, Maxis, Mixen, Bootlegs, Gags und natürlich vielen, vielen Jingles.
An dem Projekt, welches schon aus Kostengründen von vorneherein nur kurzfristig angelegt war, hatte ich jedenfalls viel Spaß, manches mal kam ich mir vor wie in einer Zeitmaschine, weil es so viele Parallelen zu BNL gab. Genau wie Thomas Kircher habe ich auch erstmals seit langer Zeit wieder Sendungen mitgeschnitten.
Was sind die Motivationen und Beweggründen für meine Radio-Aktivität? Nun, es ist vor allem wohl der Reiz des Mediums Radio. Es ist faszinierend, wie Radio Stimmungen und Bilder vermitteln kann - sozusagen Kino im Kopf. Ich bin ja sowohl Hörer als auch Macher; gutgemachte Sendungen können mich heute noch sehr begeistern. Radio hat für mich auch viel mit Klangbastelei zu tun: Jingles, Geräusche, Soundeffekte, gute Musik - in der richtigen Mischung kann sich das zu einer tollen Sendung zusammenfügen. Jingles haben es mir seit jeher besonders angetan: Es macht einfach Spaß, mit verschiedenen Effekten und Sounds zu hantieren und bestimmte Klänge zu kreieren.
Freies Radio ist meiner Meinung nach heute nötiger als je zuvor. Die offiziellen Radiosender sind zwar nicht mehr ganz so trocken und unprofessionell wie zu der Zeit, als ich angefangen habe, aber in einem Punkt hat sich nichts verändert: damals wie heute fehlt die persönliche Ansprache des Hörers, das Radio als "Freund" (so seltsam das vielleicht klingt). Die Moderatoren der offiziellen Stationen sind routiniert, lesen ihre Texte ab, einige machen das gut, andere weniger - aber: besonders spannend ist das nie.
Spontaneität, Spaß an der Sache, Enthusiasmus, verrückte Einfälle, eine besondere Atmosphäre (Rundfunk aus der Dachkammer) - das war es, was an den Freien Radios so begeisterte (bei den Seesendern ebenso wie bei den frühen ostbelg. Sendern). Ich glaube nicht, daß sich dies mit der Routine-Arbeit bei den etablierten Sendern, welche meistens auch eher ein Hintergrundberieselungs-Radio machen, vereinbaren läßt.
Armin Mothes lernte ich 1989 während unserer gemeinsamen Zeit beim Stadt Radio Heilbronn persönlich kennen. Damals war mir gar nicht bewusst, mit welcher "Radio-Persönlichkeit" ich zusammenarbeitete. Doch dank Internet, bzw. Armins monatlicher Radio Gloria Sendungen (jeden 4.Sonntag im Monat ab 14.00h auf 6140kHz/Wh: 17.00-18.00h auf Coloradio.org/Dresden) wurde der Kontakt im August 2008 zwischen uns wieder hergestellt. Im FMK-Interview erinnert sich Armin an sein sehr interessantes Radio-Leben..................
RGI – Wie es begann (Erinnerungen 2008)
__________________________________
FMK: Armin, wie kamst Du überhaupt zum Hobby "Radio":
Die Anfänge gehen weit in meine Jugendzeit in Dresden zurück. Damals, bereits in den 50er-Jahren hatte ich mich mit dem Bau von Radio-Empfängern befasst. Das erste Gerät war ein sog. stromloser Detector-Empfänger. „Detegere“ heißt im Lateinischen zwar „entdecken“, aber mehr als den Ortssender brachte das Ding nicht ran. Aber bereits das erste Radioröhren-Gerät, ein sog. „Audion“, brachte alle stärkeren MW-Sender, so auch das beliebte „Radio Luxemburg“ ran. Diese heute altertümlich wirkenden Geräte hatten eine Rückkopplung. Es ist schwer, hier zu erklären, wie das funktioniert, und man schaue diesbezüglich in ein Lexikon. Durch einige technische Tricks kitzelte ich mehr aus dem Empfänger heraus als mir lieb sein konnte, ja es kam sogar so weit, dass das Gerät, wenn es knapp unter dem Einsatz der Rückkopplung arbeitete, den eingestellten Sender (in der Regel Radio Luxemburg) in die nähere Umgebung verstärkte, so dass in einem Umkreis von ca. 200 Metern Radio Luxemburg so stark wie ein Ortssender zu empfangen war, allerdings mit den üblichen Fadings. Das machte zwar Spaß, aber ich fragte mich, warum ich eigentlich ein fremdes Programm verstärkte; es wäre doch sinnvoller ein eigenes zu machen. Und so brachte ich es durch den vollen Einsatz der Rückkkopplung dazu, dass eine Trägerwelle entstand. Als Verstärker zum Mudulieren nutzte ich ein kleines Philips-Tonbandgerät. Da es schwierig war, Schallplatten aus Westdeutschland zu besorgen, wurden Bandmitschnitte gesendet.
Die Reichweite betrug maximal 5 Kilometer.
FMK: Mit welcher Station wuchst Du auf, bzw. an welchen Sender erinnerst Du Dich besonders gerne ?
Besonders das englische Programm von Radio Luxemburg, das um 19.00 bzw. 19.30 begann, hatte es mir angetan. Noch vor der Existenz der Piratensender tummelten sich hier all die bekannten DJ`s und Moderatoren, die auch später auf den Sendeschiffen zu finden waren.
Jeder hatte seinen eigenen Stil und sendete per Band oder von London aus unterschiedlich je eine halbe oder ganze Stunde. Für Abwechslung in der Musik war jedenfalls gesorgt. Natürlich steckte auch hier und da die Schallplattenindustrie dahinter. Aber ein „Philips-Record-Rendezvous“ war vergleichsweise viel interessanter als die seit den 80er-Jahren bis heute vielfach beschworene „Quote“. Bei einem Besuch in Luxemburg zeigte mir Bob Stewart entsprechende Computerlisten; aber sie seien „top secret“, streng geheim. Schon bei meinem beliebten Radio Luxemburg hatte sich diese negative Entwicklung bereits angebahnt. Seit den 80er-Jahren waren auch nicht mehr die 15 bis 20 verschiedenen DJ`s tätig, sondern nur fünf bis sieben Live-DJ`s. Das waren Paul Burnett, Bob Stewart, Tony Prince, Tony Blackburn, Stewart Henry und Dave Jensen; ein kurzes Zwischenspiel gab auch eine Zeitlang Kenny Everett. Die Namen und Bilder der DJ`s der Fünfziger bis Siebziger - Jahre findet man im Buch von Keith Skues „Pop went the pirates“ (verfasst ab 1968, herausgegeben erstmals 1994 bei „Lamb`s Meadow Publications“).
FMK: Andy, wie kamst Du dann auf Deinen Sender> Radio Gloria/RGI ?
Knapp vor dem Bau der Berliner Mauer (13.August 1961) kam ich mit gerade mal zwei Koffern nach Westdeutschland. Hier wurde der in Dresden zurückgelassene Minisender (die entsprechende Röhre war der Typ AF 7) nachgebaut und kam zunächst testweise im Umkreis von Hannover zum Einsatz. Zugleich begann ich mit der Sammlung meines umfangreichen alternativen Schallplattenarchivs. Die meisten Platten musste ich in England bestellen. In den Sechziger – und Siebziger – Jahren gab es in Deutschland nur die Top 20 zu kaufen.
Da die Mittelwellenfrequenz von Radio Moskau (227 Meter) nach 23.30 Uhr frei war, sendete RGI hier nachts am Wochenende zwischen 23.30 und in der Regel 4.00 Uhr morgens. So lange Radio England diese Frequenz erfolgreich nutzte, sendete RGI auf einer Nachbarfrequenz. Nach dem „Marine Offensive Act“ im August 1967 sendete RGI wieder auf 227 zur besagten Zeit. Darüber gab es übrigens über Radio Moskau üble Kommentare. Der Name „Gloria“ tauchte darin zwar nicht auf, aber man wetterte gegen die ungesetzlichen Machenschaften der Piratensender.. Denn auch von Radio England hatte sich Moskau gestört gefühlt.
FMK: Während eines Nordseetrips zu den Seepiraten bereits in den 60er-Jahren hatten sich Armin Mothes und Ernst-August Schwab kennengelernt. Was hat Euch beide ab diesem Zeitpunkt "verbunden" ?
Es kam zu einer technischen Kooperation und zum Bau stärkerer Sender. Die Fernsehröhre „1625“ erbrachte eine Reichweite von immerhin ca. 10 Kilometern. Durch Parallelschalten mehrerer „1625“ kam man zu einer Leistung von ca. 200 Watt. Immerhin ergab das nachts eine Raumwelle, und es kam an das in Offenburg organisierte Postfach bei der FRCG Post u.a. aus Skandinavien und Italien. Ernst, alias Johnny O`Brian (Angus McKay bei RGI), nannte seinen Sender „Radio Valentine“. Er operierte im Großraum Düsseldorf. Im Jahr 1976 operierten Valentine und Gloria auch auf KW. Gloria wurde im September, Valentine im Dezember ausgehoben. Beide intensivierten ihre bereits 1974 begonnene, legale Arbeit in Italien als Sender für die Touristen. Valentine sendete zunächst zusammen mit Gloria als „Radio Fortuna“ an der italienischen Riviera. Durch Kennenlernen eines Moderators (Sandro) von „Bassa Bresciana Radio“ und des Eigentümers Ennio in Brescia verlagerte Gloria seine Tätigkeit zum Gardasee.
Beide Stationen beendeten ihre Tätigkeit 1984.
FMK: Andy, vielen Dank für Deine interessanten Erinnerungen !
Mehr Information auf der Homepage „radiogloria.de.vu“
FMK-Tipp: UNBEDINGT bis ganz nach unten scrollen - dort findet Ihr viele PDF.Dateien !!!
Übrigens: Radio Gloria sendet jeden 4. Sonntag im Monat ab 14.00 Uhr auf 6140kHz - Wiederholung 17.00-18.00h auf Coloradio.org / Dresden
Weitere Informationen...............
im Buch „Was sie schon immer über freie Radios wissen wollten, aber nie zu fragen wagten“ von Christoph Busch 1981,
im Buch „Piratensender“ von Wolf-Dieter Roth 2004,
in der Sendung von Radio Bremen 2 „Bis dass die Post uns scheidet“ vom 8.5.1977
und in diversen deutschen und internationalen Dx´er – und Radio – Zeitschriften, zuletzt
Panoramablick auf Trient, Hauptstadt de Trentino und mit Bozen Hauptstadt und Verwaltungssitz der autonomen Region Trentino-Südtirol (mit ca. 108.000 Ew.) Das Zentrum der Stadt liegt 194 m hoch. Trient liegt im Etschtal von Bergen umgeben. Hier befindet sich der Sitz eines Erzbischofes, sowie Sitz der Uni Trient mit ca. 15.000 Studenten. Bei Roby (im Bild unten) handelt es sich aber um einen Mitarbeiter von RADIO GAMMA, einer der wohl beliebtesten ital.-spr. Radiostation in der Region, mit aktuellen, internationalen Musiktiteln. Ich höre immer wieder gerne dem Programm zu. Versuchen Sie es doch auch einmal
19.09.08, 18.00h: München ab 84> Piraten > Neue Soundfiles>
FMK-Aktuell> Downtown FMkurz vor dem Start. Hier ein aktueller Artikel des Fürstenfeldbrucker Tagblatts.
Frequenzbummler Aktuell> Armin Langner berichtet über die ersten Tage des am 01.09.08 gestarteten BR Plus:
Das neue Hörfunk-Programm Bayern plus bietet ab 8 Uhr morgens jeweils zur vollen Stunde Nachrichten, Wetterbericht und Verkehrsmeldungen. "Das Magazin" von 8 bis 13 Uhr, moderiert von Thomas Gaitanides, derzeit der einzige Moderator, hält außer viel Musik, Aktuelles aus Bayern und dem Rest der Welt bereit, ferner einen Verbraucherservice ,Tipps zu den Themen Gesundheit, Sport und Freizeit, Natur und Umwelt sowie Kultur. Zwischen 13.05 und 16.00Uhr erklingen die schönsten Schlager und Melodien. Die Sendung "Daheim" ist traditioneller Volksmusik aus Bayern und den Nachbarländern vorbehalten. Ab 18 Uhr bis morgens 8 Uhr gibt es wieder "Die schönsten Schlager und Melodien". Zu empfangen ist Bayern plus laut BR weltweit im Internet, europaweit über Satellit, deutschlandweit im digitalen Kabel und bayernweit über Antenne (terrestrisch) mit einem DAB-Radiogerät. Wer über eine digitale Satellitenanlage oder einen digitalen Kabelanschluß mit digitalem Receiver verfügt, kann Bayern plus über das Fernsehgerät und eine angeschlossene Stereoanlage hören. Quelle Münchner Merkurv. 16.09.2008 über FB
17.09.08, 20.30h: Retroperspektive >
RADIO VICTORIA ist 25
Am Samstag, dem 17. September 1983, war der erste Sendetag von RADIO VICTORIA. Der Name ging auf einen Hit der "Kinks" aus dem Jahre 1970 zurück, der als Indikativ verwertbar und aussagekräftig erschien. Manfred Kuno entwarf als Stationslogo das lächelnde Dampfradio. Die Idee, ein solches Projekt wie RADIO VICTORIA ins Leben zu rufen, bekam bei einer fröhlichen Tafelrunde im Sommer 1983 Konturen. Man diskutierte hier über den privaten Rundfunk und war sich einig darüber, dass dieser wohl bald auch nach Deutschland und Österreich kommen würde, wohl aber 2 - 3 Jahre Zeit brauchen oder dauern würde. Und man wolle jetzt etwas unternehmen.
Die ersten Kontakte zu einer italienischen Station bestanden zu RADIO TIME in Florenz. Denn ROGER KIRK hatte hier einen Vertrag, den "International Service" zu produzieren. ANGELO BORRA von RADIO MILANO INTERNATIONAL bekam davon Wind und fragte ebenfalls an, ob dies denn nicht auch bei seiner Station möglich sei. Er habe die Absicht, den Kurzwellensender zu vermieten und auch ausländische Programme auszustrahlen. Nach eingehenden Verhandlungen und dem vorausgehenden Monitoring wurde die Frequenz 7295 kHz ausgemacht und als Sendezeit ab 09.00 Uhr MEZ ins Auge gefasst.
Im Vorfeld reiste Manfred Kuno nach Berlin zur IFA und verteilte dort einige Flugblätter, die ersten Vorabinformationen, die je an die Öffentlichkeit gelangten.
Neben den Kosten für zu produzierende Audiocassetten entstanden hohe Portokosten für den Versand nach Italien. Doch kamen anfangs Probleme auf, da mit Packpapier verschickte Sendungen als Päckchen behandelt wurden und daher später zur Zustellung gelangten. Auch wurde RADIO TIME durch Funkamateure gestört, die mit Trägern, Morsezeichen und Zwischenrufen reagierten. Da durch den Umzug des Senders ein TV-Umsetzer des RAI DUE gestört wurde, musste man bis auf weiteres die Kurzwellensendungen vom 1200 m hohen Berg Monte Mugello einstellen.
Auch tauchte in DX-Magazinen vor allem aus dem Raum DÜSSELDORF Kritik auf, was RADIO VICTORIA anging. Man sprach gar plötzlich von einem mittelmäßigen DJ, unterstellte vollmundige Sprüche und altbekannte Scheiben. Auch erhob man den unberechtigten Vorwurf der Geldbettelei und betrachtete den Sendeauftritt fortan als arge Enttäuschung. Schließlich wurde man als die Schwester von RADIO CAROLINE betitelt, einem Seesender, der gerade wieder in der Nordsee on the air war.
In Milano tauchten allerdings technische Schwierigkeiten auf. Die Autoreverse-Schaltung der Kassettentonbandmaschine sorgte öfters für Überraschungen, bis sie völlig aus dem Tritt kam. Auch sorgten Gleichlaufschwankungen des Gerätes für zeitliche Abweichungen.
In der ersten Zeit musste ROGER KIRK das Programm allein moderieren. Alleinige Unterstützung erhielt er lediglich durch MICHAEL BETHGE vom WWDXC durch dessen DX-Beitrag. Denn die Kollegin MICHELLE war in den USA und PIETER CALIGULA war in Italien im Urlaub. Letzterer musste beim Einsatz mit viel Bacardi-Cola seine Nervosität überwinden, da er zwar als DJ nahtlos verschiedene Titel erfolgreich aufeinander mixen konnte, aber für die gelungene Moderation einer Sendung nicht das notwendige Geschick aufwies. Trotzdem wurde er zum Liebling vieler Hörer.
Erfolgreich war man ebenfalls, als man Werbekunden gewinnen konnte. So wurden in den MUSIC NEWS und im Schwesterblatt DESASTER die SUPER 20 kostenlos abgedruckt. Dies im Gegenzug für die Werbung in den Sendungen von RADIO VICTORIA für diese Blätter. Im Hörerfanclub gab es einen Popquiz, der als Preis auch Kurzwellenempfangsgeräte einschloss. Doch war die Zahl der Neuzugänge im Laufe der Zeit ernüchternd.
Doch konnte man sich loben, eine Alternative im Äther dazustellen. Eine andere Musikauswahl und eine entsprechende Präsentation mit notwendigen Informationen über die Kurzwelle und die aktuelle Popszene wurden charakteristisch für RADIO VICTORIA. Dazu gehörte die lockere Moderation und der hohe technische Standard.
Nun die Frage: In welchen Zusammenhang kann man den Moderator zu RADIO VICTORIA bringen? Zum ersten versorgte der Moderator ROGER KIRK mit Informationen aus der ADDX, was veröffentlichte Informationen im KURIER betraf.
So stammte der Abdruck des Ausschnitts aus dieser Clubzeitschrift in der Ausgabe 3/84 des HFC-Fanzine, Seite 3, von ihm.
Zum zweiten war der Moderator mit einem kurzen Beitrag in der INFO SHOW SPEZIAL vom 10. 06. 1984 vertreten, als es um das sozialpolitische Thema "Behinderung" ging. Er leidet infolge eines Geburtstraumas an einer so genannten Tetraspastik, die erst seit Anfang der Neunziger Jahre weitgehend erforscht ist und zuvor viele Jahre mangels medizinischer Erkenntnisse irrtümlich als psychische Behinderung spezifiziert wurde.
Zum dritten war der Moderator mit damals noch bescheidenen Mitteln mit einer Gast-DJ-Show vertreten gewesen. Wann diese Sendung ausgestrahlt wurde, weiß er allerdings nicht mehr.
Josef Theobald
Italien im Radio II> Armin Langner stellt das Radio mit der Discokugel vor:
Radio 80 Disco Noventa Padovana
Guten Tag Italien-Radiofans - Benvenuti RADIO 80 Disco! Das Radio mit den Hits der 80-er aus Noventa Padovana, einer Gemeinde mit ca. 10000 Ew.in der Provinz Padua-Region Venedig gelegen. Zahlreiche Villen von imposantem Aussehen bereichern den Ort. Eine davon sehen Sie unten.......
Villa Giovanelli in Noventa. Hier gehts zur Homepage + zum Lifestream dann unten links das Radio anklicken,dass sofort zu rocken beginnt - Ciao sagt der Armin
15.09.08, 17.45h: FMK-Aktuell> Bilder vom Erkrather Radiotag (13.09.08) sind online gestellt. Hier der Link!
Bayern: Zweites Jugendradio soll Ende Oktober starten
Das von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) Anfang Mai lizenzierte private Jugendradio für fünf bayerische Großstädte (vgl. FK 22/08) soll Ende Oktober während der „Münchner Medientage“ seinen Sendebetrieb aufnehmen. Dies war aus Kreisen der Medienanstalt zu erfahren. Demnach soll das bisher unter dem Arbeitstitel „Radioblut“ lizenzierte Jugendprogramm unter dem Namen „Next Generation Radio“ starten. Über UKW-Frequenzen kann das Programm von insgesamt etwa 3,5 Mio Hörern in Augsburg, München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg empfangen werden. Diese Frequenzen waren zuvor vom Volksmusiksender Radio Melodie genutzt worden, der Ende März 2008 seinen Programmbetrieb einstellte.
Das Next Generation Radio soll in München produziert werden, verlautete aus Branchenkreisen in Bayern. Das Programm wende sich an die Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen und wolle crossmedial über das Internet auch Hörer außerhalb seines eigentlichen Sendegebiets gewinnen. Betreiber der Next Generation Radio GmbH & Co. KG sind die zum Burda-Verlag zählende Gong-Gruppe (45 Prozent), die Oschmann-Gruppe (40 Prozent) und die Digitaler Rundfunk Bayern GmbH (15 Prozent). Derzeit prüft das Bundeskartellamt in Bonn noch das Betreiberkonsortium (Az.: B 6-121/08). Der Zusammenschluss dieser Beteiligten sei im Rahmen der Fusionskontrolle anmeldepflichtig, erklärte eine Kartellamtssprecherin gegenüber der FK. Bei dem Betreiberkonsortium hält man sich derzeit bei Presseanfragen bedeckt; der für das Radioprojekt verantwortliche Geschäftsführer der Studio Gong GmbH in Nürnberg, Philipp von Martius, wolle sich derzeit öffentlich nicht äußern, teilte sein Büro auf FK-Nachfrage mit. Neben dem Next Generation Radio gibt es in Bayern mit dem privaten Radio Galaxy bereits ein UKW-Programm für jugendliche Hörer.
14.09.08, 16.30h: FMK-Aktuell> Stadtradio Saarbrückenmit komplett überarbeitetem Webauftritt ! Ab sofort hat das SB Saarbrücken seine Seiten ausgebaut. Allerdings lässt sich leider der "Livestream" noch nicht öffnen. Dies sollte sich allerdings im Lauf der kommenden Tage ändern! Das SR Saarbrücken ist besonders deshalb interessant, da es sich um einen Sender handelt, welcher AUSSCHLIESSLICH deutschsprachige Musik spielt !
Italien im Radio II > Armin Langner präsentiert:
Radio Meneghina / Mailand
Via Dante mit Blick auf Schloß Scorfesco - darunter der MAILÄNDER DOM Mailand ist die zweitgrößteStadt Italiens. Hauptstadt der Provinz Mailand und der Region Lombardei; MIT RUND 1,3 Mill. Ew.innerhalb der Stadtgrenze, mit der Provinz sind es nochmals ca. 4,8 Mill. Zusammen mit der Metropolregion Grande Milano ca. 7,5 Mill. Menschen. Mailand ist das Zentrum für Mode, Design und Medien und gilt als "moralische Hauptstadt". Bekannt ist der gotische Mailänder Dom (siehe oben), das Opernhaus /Mailänder Scala), ferner Fußballvereine, wie (AC Mailand) und (Inhter Mailand). Seit 30 Jahren hat hier RADIO MENEGHINA seinen Sitz und ist das Radio der Milanesi und ihrer Oper.Es wird hier das Beste an Musik zu Gehör gebracht. Herrliche Balladen aus Italien, mit Tullio Barbati (Journalist und Direktor des Senders, )sowie Musik aus Amerika mit Renzo Susmehl nachmittags zw. 14.00 und 15.00 Uhr, und die künstlerische Gestaltung der Homepage sind derzeit unschlagbar in der ital. Radiolandschaft. Einfach ein Genuß zu jeder Tageszeit. Bellissima RADIO MENEGHINA
Radio Adamello / Edolo - Lombardei
Benvenuti, lieber Leser ! Sie sehen hier einen Panoramablick auf Edolo, eine Gemeinde in der Region Lombardei - in der Provinz Brescia am Nordende des Camonica-Tals. Die Ew-Zahl beträgt konstant seit Jahrzehnten ca. 4.463 Ew. Die Gemeinde ist über Staatsstraßen in Richtung Brescia/Iseo-See, Tirano/Schweiz und Trentino mit der "Außenwelt" verbunden. Zudem endet in Edolo die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Bahnlinie Brescia-Iseo-Edolo. Die Gemeinde ist von bis zu 2500 m hohen Bergen umgeben. Hier fliesst der Bach Oglio, welcher durch das Camonica-Tal den Iseo-See erreicht und schl. in den Po mündet. Gedanklich läßt sich vorstellen, dass es hier auch eine Radiostation ihren Sitz hat. Genau so ist es: RADIO ADAMELLO in der Via Nicolina 42 sendet von 06.00 bis 21.00 Uhr ein buntgewürfeltes Programm, wobei mir persönlich die tägl. Sendung zw. 12.00 und 14 Uhr PAUSA CAFFE mit Nadia sehr gut gefällt( das als Programmtipp). Alle anderen Programmpunkte sind ebenfalls Hörbar. Überzeugen Sie sich bitte und klicken den Link und dann Ascoltaci an. Ciao sagt der Armin
Nadja von Radio Adamello....
12.09.08, 12.30h: FMK-Aktuell> 89 Hit FM wird Pay-Radio !
Folgende Info dank Stefan + Bianka aus Augsburg - Auszug einer "89 Hit FM"-Mail:
Derzeit läuft das Testprogramm mit maximal gleichzeitig 3 (!) Stream-Hörern. Wenn das echte Programm startet, haben wir dann natürlich auch CD-Qualität und Stereo über den Internetstream.
In ein paar Tagen (viell. schon am Wochenende) geht es dann richtig los, mit ein paar alten Sendungen (aufgezeichnet) von früher, und zusätzlich neuen aktuellen Programmen, und dann startet auch die Moderation.
Wir haben nun die Preise für das Abrufen der Streams. Leider sind die Kosten sehr hoch, aber wir haben versucht, so weit wie möglich herunterzuhandeln, und haben sogar auf eigenes Risiko ein "Lifetime-Angebot" gemacht, also bei dem man nur 1 Mal bezahlen muss, und dafür dann lebenslang ohne Begrenzung immer zuhören kann, und noch jemals nochmal etwas bezahlen zu müssen.
Die Preise sind :
25,00€ für einen Monat
199,00€ bei jährlicher Zahlung für 1 Jahr
399,00€ "Lifetime-Angebot" - "1 Mal bezahlen und für Alle Zeiten und ohne Begrenzung 89 Hit FM hören"
Sobald das normale Programm beginnt, wird der Teststream abgeschaltet und es können nur noch registrierte Hörer zuhören..........
10.09.08, 19.00h: Personalien> In Memorian> Jo Lüders / Claus Führer>
Ergänzung um ein Interview mit Claus Führer dank Thomas Winkler/Tiroler Lechtal - Österreich
Das Interview fand im Jahre 2000 im Hause Führer in Innsbruck statt>
Bei diesem Interview handelt es sich um ein echtes Zeitdokument. FM Kompakt weist aber vorsorglich darauf hin, dass es sich bei den Antworten um persönliche Darstellungen von Claus Führer handelt, für deren Wahrheitsgehalt keine Verantwortung übernommen werden kann.
In Memoriam des am 21.7.2000, verstorbenen Mitbegründers der Radiostation Radio Bavaria/ M1, Jo Lüders, führe ich Recherchen über den südtiroler Privatsender, seine Geschichte und Werdegang durch. Herr Claus Führer, Programmleiter des Senders, zur derzeitigen Situation um den Rocksender in einem Interview:
Herr Führer,
Radio M1 war 1983 einer der Privatradio Pioniere, die den Großraum Nord/Südtirol und weite Teile Süddeutschlands mit einem Rock und Popmusik orientierten Programm versorgten. Nach teilweise erheblichen Problemen mit den Behörden und diversen Umweltschützern wurde die Sendeanlage auf dem Schwarzenstein jedoch noch im selben Jahr stillgelegt. 1986 wurde die Anlage wieder reaktiviert und sendete mit kurzen Unterbrechungen bis 1993. Ab 1990 war hier erneut Radio M 1 zu hören, für das nun Claus Führer als Programmleiter fungierte. Nach dem Abriss der Anlage auf dem Schwarzenstein 1993 funkte man vom Zirog weiter, allerdings mit einem stark reduzierten Sendegebiet . Heute, nach der Liberalisierung des österr. Privatradiogesetzes und dem Start der heimischen Mitbewerber, gestaltet M1 immer noch von Italien aus ein Rundfunkprogramm für den Großraum Innsbruck/Inntal.
Frage 1:Radio M1 ist nach wie vor kein österr. Sender. Warum beantragt der Sender keine österr. Lizenz, wenn das Programm doch auch für Nordtirol angeboten wird ?
Wir haben uns sehr Wohl bei der ersten Frequenzausschreibung darum beworben.Als der 1. Anlauf dieser Lizenzierungen von der Privatfunkbehörde anuliert wurde, verlangten die Behörden für den 2. Anlauf eine Offenlegung der Finanzierungspläne, des geplanten Programmkonzeptes, der finanziellen Gebarung unserer Firma, u.a. Da wir ein sehr kleiner Sender sind, hätten wir vor dieser Instanz keine wirklichen Chancen. So beschlossen wir damals mit der problemlosen Südtiroler Lizenz weiterzusenden.
Frage 2: Von welchem Standort wird zur Zeit für Nordtirol, Südtirol oder auch Bayern gesendet ? und mit wieviel Leistung ?Wir senden für die Region Nordtirol vom Zirog auf unserer Stammfrequenz 104,2 MHz
Mit einer Leistung von 0,3 kw (Endstufe) 10.000 W (ERP) und für die Region Südtirol, Brixen- Pustertal vom Sender Spiluk auf 96,9 MHz, sowie ím Kabelnetz der Telesystem Tirol auf 88,8 MHz. Die Region Bayern können wir derzeit nicht bzw. nur sehr schlecht erreichen.
Frage 3: Wer steht jetzt als Gesellschafter hinter dem Sender, und mit wieviel Personal wird derzeit gearbeitet ?
Besitzerin des Senders ist nach wie vor meine Mutter Helga Führer, die auch als Geschäftsführerin auftritt. Den Technischen Teil, sowie den größten Teil der Produktion und Abwicklung des Senders mache ich (Claus Führer) selbst. Weiters arbeiten noch 2 Techniker in Südtirol (zeitweise) für M1. Für die Redaktion ist Frau Mag.Brigitta Senn zuständig und die Werbung betreut Martin Egger.
Frage 4: Welches Musik bzw. Programmformat wird angeboten ?
Wir spielen nach wie vor ein 24 Stunden, Rock und Popmusik orientiertes Programm mit Spezialsendungen, Nachrichten (6 mal pro Tag) , Sport, Wetter, Verkehr, Special‘s.
Frage 5: Gibt es noch bzw. wieder moderierte Sendungen im laufenden Programm ?
Nein, nicht Live! Es werden immer wieder moderierte Beiträge und Berichte ins laufende Programm eingebunden. Dank der Digitaltechnik, ist es uns auf diese Weise möglich ein kostengünstiges und erschwingliches Programm zu machen, ohne größeren Personalaufwand.
Es war sehr schwierig, den zu groß gewordenen Sender wieder in einen vernünftigen Rahmen, also klein zu kriegen.
Ein Hauptbereich des Senders, sind große Rock-Konzerte, die wir, teilweise selbst veranstalten und präsentieren. Dieser Zweig bringt uns größere Einnahmen als die regionale Werbung. Außerdem Kooperieren wir mit verschiedenen Internetsendern, wie z.B. Radio Pionier (Munic‘s hardest Hit’s), die wir als Special zeitversetzt in unserem Programm ausstrahlen.
Frage 6: Welche Moderatoren werden beschäftigt ? Keine Festangestellten !
Frage 7: Wie ist die techn. Reichweite des Senders, und wieviele Hörer schalten durchschnittlich das M1 Programm ein ? Im Großraum Innsbruck erreichen wir einen Tagesschnitt von 6,2 %
In Nordtirol ca. 250.000, in Südtirol ca. 150.000
Frage 8: Sendet M1 auch wieder Nachrichten oder Lokale Informationen ? Ja, 6 mal pro Tag, an den strategisch stärksten Sendestunden am Vormittag, Mittags und am Vorabend. Lokal gibt’s nur Veranstaltungstips.
Frage 9: Nach Angaben des Medienmagazins Radio Journal (1/99) plant M1 weiterhin die Aufschaltung seines Programmes auf Satellit. Wird an diesen Plänen nach wie vor festgehalten? Pläne, gibt es immer ! Nur steht die Umsetzung auf einem anderen Blatt.
Wenn wir sowas je machen sollten, müßte der Standard ohne Frage digital sein.
Man muß sich allerdings die Kosten/Nutzen- Frage stellen. Wir sind, und bleiben ein kleiner Lokaler Sender, der sich eine Sat-Verbreitung wahrscheinlich nicht leisten kann, und die Frage offen bleibt, ob die Sat-Hörer überhaupt unsere Zielgruppe wären !
Frage 10: Ist ein Internetauftritt des Senders geplant ? Natürlich ! Sobald ich einen Administrator bzw. Initiator für diesen Bereich gefunden habe. Allerdings steht auch hier die Kostenfrage im Vordergrund. Die Adresse RadioM1.com habe ich mir aber schon sichern lassen.
Frage 11: Wie geht es weiter mit Radio M1 / Zukunftspläne ? Im Vordergrund jedweder Planung, steht der Neuaufbau unseres großen Senders am Schwarzenstein, und damit Verbunden der weitere Ausbau des Sendegebietes Nordtirol, das unser Kerngebiet darstellt. Auch wäre der bayerische Raum, ostwärts von München, Richtung Passau auch wieder erreichbar, wo wir einst sehr gute Resonanz bekamen.
Herr Führer, vielen Dank für das Gespräch und alles gute für die Zukunft !
FMK-Anm: Claus Führer, verstarb in der Nacht auf den 01.06.2006 !
Claus Führer machte zusammen mit seiner Mutter ab Sommer 1990 einen zweiten Anlauf, mit dem 1983 gescheiterten Radio M1. Von Südtirol erreichte man via dem Schwarzenstein weite Teile Bayerns. Man hielt mit unglaublich viel Ausdauer und Enthusiasmus bis zum Frühjahr 2003 "durch". Allerdings wurde in den letzten M1-Jahren nur noch sporadisch moderiert, es kam immer öfter zu Sendeausfällen. Auch das Sendegebiet wurde immer kleiner. Statt halb Süddeutschland war man im Lauf der Jahre lediglich im Raum Innsbruck zu empfangen. Völlig überraschend verstarb Claus im Alter von nur 41 Jahren in der Nacht auf den 01.06.06. Zur Erinnerung:
Rückblick auf das FMK-Treffen am 06.09.08 in Augsburg
Auf Wunsch dreier blinder Hobbyfreunde trafen wir uns bereits vorab im "kleinen Kreis" um 12 Uhr im Restaurant Berghof. Bianka mit Stefan und Manfred hörten bereits in ihrer Jugend die legendären Südtiroler Stationen. Doch seit langem, ist für sie -ausser über Webradio- in Augsburg kein Empfang mehr südlich der Alpen möglich.
Doch: Es geht tatsächlich---> Südtirol-Empfang in Augsburg - Der Degen DE 1103 macht`s möglich ! V.l.n.R.: Bianka, Manfred, J. und Walter Schiefele, Christian Brülhart, Stefan (mit Degen), Bruno/Waveshape. Nach viel zu schnell vergangenen 2 1/2 Stunden fand dann das "offizielle" Treffen um 15 Uhr im "Stadtberger Hof" statt. Stolze 20 (!) Teilnehmer waren gekommen. Damit hat dieses Treffen alle vorherigen bei weitem übertroffen ! Besonders interessant, dass aus allen Sparten des Radios Teilnehmer gekommen sind. Sowohl einstige Südtirol-Radiohörer (wie z.B. Walter Schiefele, der einst eine 18-Element-Antenne installiert hatte), der "Harte Kern" der Piratensender Radio 64, R. Sinus, R. Uferlos (Anfang bis Mitte der 80er), über den "Macher" des Medienboten Jörn Krieger und Medienberater Swen Kuboth, bishin zum Fachbuchautor Wolf-Dieter Roth, und schliesslich heutigen Webradiobetreibern Maximilian Krug (Hitradio MS One), Andreas Duswald+Andreas Knedlik (Radio Lechtal), Bruno Ittensohn (Radio Waveshape). Extra aus Tirol angereist war Thomas Winkler (ex M 1 Seite) - natürlich war auch sein einstiger "Partner" Christian dabei. Den weitesten Anfahrtsweg hatte jedoch Christian Brülhart aus Uster/Schweiz.
Das Treffen fand in entspannter, angenehmer Atmosphäre statt. Dies fiel besonders deshalb positiv auf, da es in der Radioszene in der letzten Zeit dank diverser Attacken und Anfeindungen leider immer wieder unschöne Worte gab.
Swen Kuboth überreichte FMK eine Umzugskiste gefüllt mit historischen "Radioerinnerungen" - hier präsentiert er einige "Highlights". Diese werden im Lauf der kommenden Wochen innerhalb FMK veröffentlicht. V.l.n.R.: Swen Kuboth, Thomas Kircher, Andreas Duswald und Jörn Krieger (Bild dank Wolf-D.Roth)
Schmökern in nie vergessenen Radiozeiten: Christian und der extra aus Österreich angereiste Thomas Winkler. Die "Radiopiraten" haben einen prall gefüllten Ordner mit ganz besonders interessanten Zeitungsartikeln, etc. präsentiert. Aber auch einen Einblick in FMK vor 15 Jahren konnte man nehmen..........(Bild dank Wolf D.Roth)
Für eine UKW Frequenz in Landsberg kämpft derzeit das Team von Radio Lechtal. Unten im Bild : Andreas Duswald (li) + Andreas Knedlik. FMK wird über die Entwicklung von Radio Lechtal aktuell berichten.
Andreas Duswald hat sich kurzfristig bereit erklärt, den Webauftritt von FMK in den kommenden Wochen komplett umzustellen - um die Seiten übersichtlicher und professioneller zu gestalten.
Übrigens: Radio Lechtal plant eine 8 stündige Serie zu produzieren, welche über die Chronologie des Deutschen Radios berichtet. Ein hochinteressantes Projekt, welches wiederum durch FMK unterstützt wird.
Swen Kuboth/Medienberater+Radioprofi - sowie Maximilian Krug von Hitradio MS One. Maxi Krug erläuterte beeindruckend am Beispiel Hitradio MS One, wie man ein erfolgreiches Kabel- und Webradio produziert
Wolf D. Rock (Wolf-Dieter Roth)- Autor des "Piratensenderbuches" inmitten von einstigen Schwarzfunkern. Der "Harte Kern" von Radio 64 - Radio Sinus - Radio Uferlos belegten Anfang/Mitte der 80iger Jahre die Radio C-Frequenz und machten sich nicht nur deshalb einen Namen. Die Piraten trugen auf dem FMK Treffen mit ganz besonderen Radio-Erinnerungen zu einem gelungenen Tag bei.
v.l.n.r.: Markus, Wolf-Dieter Roth, Axel und Andreas
Allen Teilnehmern danke ich für die Teilnahme an einem ganz besonderen "Radio-Tag" !
Einige Stimmen, bzw. Auszüge aus E-Mails nach dem Treffen:
Andreas Duswald von Radio Lechtal: Danke nochmal, dass Du uns unterstützt und für die tolle Versammlung, wir haben sehr viel gelernt........
Wolf D. Rock / Roth -Fachbuchautor: Na manchmal paßt halt alles :-)
Christian : ...danke für den interessanten Abend gestern.War wirklich sehr interessant, das Radiotreffen.
Jörn Krieger / Medienbote : nochmal vielen Dank für die Einladung zum FMK-Lesertreffen, hat mir gut gefallen.
Und selbst Christian Brülhart, der kaum ein Radiomeeting auslässt, war begeistert von den Teilnehmern, Gesprächen und dem Informationsaustausch.
Vielen Dank für die Bemühungen und Planung "vor Ort" gehen an Walter Schiefele !
07.09.08, 19.00h: FMK-Aktuell>
Der Nestor der Fachjournalisten tritt ab:Professor Karl Tetzner verstorben
Sein Name stand vor allem für Unterhaltungselektronik
Von Klaus H. Knapp
Wie erst jetzt bekannt wird, verstarb am 18. August 2008 Karl Tetzner, langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift FUNKSCHAU, im 94. Lebensjahr in seinem Haus in Icking (Isartal). Schon zu seinen aktiven Zeiten bei der FUNKSCHAU, der 1929 gegründeten ältesten Elektronikzeitschrift Deutschlands, war er eine Ikone: Sein Einfluss reichte weit in die Industrie hinein, selbst lange nach der Ruhestandsversetzung (im Jahr 1980) wurde er noch im hohen Alter von 87 Jahren nach Japan zur Information eingeladen.
Tetzner wurde am 26.10.1914 geboren. Mit nicht einmal 20 Jahren wurde er Funkamateur (DL1UH) und entdeckte bald darauf seine Neigung zum Schreiben. In den Kriegsjahren diente er fachgerecht als Funker auf einem U-Boot-Jäger, nach Kriegsende versuchte er sich zunächst mit einem eigenen Radiogeschäft, um sich dann schon 1948 endgültig als freier Elektronikjournalist zu etablieren. Bewusst wählte er dabei eine breite Leserschaft als Zielgruppe, arbeitete für die Rundfunkzeitschrift „HörZu!", die „FAZ" und die Wirtschaftszeitung „Handelsblatt". In den Nachkriegsjahren und dem Wiederaufbau in Deutschland gab es genug zu schreiben, um den technischen Anschluss an die Welt wieder herzustellen.
1953 ging er dann zum Franzis-Verlag in München, der die FUNKSCHAU herausgab. Er behielt zunächst seinen Wohnsitz in Hamburg, weil sich dort das Impulszentrum für Hörfunk und Fernsehen befand: Das Fernsehen in Deutschland hatte seine Wiege beim damals mächtigen Norddeutschen Rundfunk (NDR). Der Deutschlandfunk mit seinem Langwellensender, die Anfänge der Deutschen Welle und des UKW-Hörfunks gingen ebenfalls von Hamburg aus.
1966 übernahm dann Tetzner - noch von Hamburg aus - die Chefredaktion der FUNKSCHAU und siedelte schließlich 1971 nach Icking südlich von München über. Bis zu seinem Ruhestand 1980 verdoppelte er die Auflage der Zeitschrift auf mehr als 100.000 Exemplare - alle zwei Wochen, mit durchschnittlich mehr als 140 Seiten.
Bei seinem Abschied aus der Redaktion 1980 nach den Gründen für diesen Erfolg befragt, meinte er: „Die Elektronik dringt ungestüm in immer neue Bereiche hinein. Wenn man eine Universalzeitschrift für alle Bereiche der Elektronik machen will, dann muss man sich mit dem springflutartig ausbreitenden Themenkreis auseinander setzen. Das braucht eine gute und sehr flexible Redaktionsmannschaft und